Glanz der Krone, aber nicht die schweren Sorgen, welche dar-unter nisten; wohl stehst du das köstliche Gewand um seinenLeib, aber nicht die Foltern eines stets bangen Gewissens. Dasganze Leben beglückt scheinender Gottlosen ist eine traurige Ver-kettung von Unruhen, Besorgnissen, Gewiffensvorwürfen, die sichnicht stillen lassen. Es ist ein ewiges Schmachten nach einembessern Zustande, ein unaufhörlicher innerer Krieg ihrer Gefühle.Sie werden nie ruhig, nie harmlos, und mitten in der Wollusterschreckt sie plötzlich das Gespenst eines längst vergessen geglaubtenVerbrechens. O, laß dich nicht täuschen durch ihre scherzendenEinfälle, womit sie deinen Glauben irre machen; nicht täuschendurch ihre eigenen Lobreden auf das, was sie haben, was siesind. Könntest du sie sehen in ihrer tiefsten Einsamkeit, wieda ihr Antlitz anders gestaltet ist, und statt des Lächelns derVerdruß, der Mißmuth, die Sorge, oft die erschlaffende Ver-zweiflung aus ihren Geberden spricht; könntest du sie sehen,wenn mit riesenhafter Gewalt sich der Gedanke des Todes ihrembebenden Geiste kund thut, und die Möglichkeit einer Ewigkeit,einer Vergeltung, eines Richters über den Sternen hell wird;könntest du sie sehen, wie sie dann hilflos, ungebildet und ver-zagend nach einem bessern Loose greifen, und nun schnell durchWohlthaten an Arme, durch Fasten, Beten, Kasteien, Kirchen-gehen den Himmel versöhnen wollen, den sie nicht kennen! DieUnglücklichen, sie sind so tief gesunken, daß sie sich einbilden,das allererhabenste Wesen mit äußerm Schein, mit hingeworfenenAlmosen, mit angstvoll hergestammelten Gebeten zu bestechen.Nein, ach nein, Gott hat sie nicht zum Elend verdammt; sieselbst haben ihren Geist zum Abgrund verdammt, als sie, vonthierifcher, irdischer Lust verschlungen, ihn durch Tugend zuveredeln damals unterließen, als noch die Zeit war.
Ist das der Triumph des Bösen? Ist das die Straflosigkeitdes Sünders? Sollte ich ihn darum beneiden, oder an derGerechtigkeit des Allgerechten verzweifeln?
O nein, wer fleischlich säet, der ärntet fleischlich. Wer imGeist aussäet, der ärntet mit dem Geiste, spricht Dein heiligesWort, Vater der Geister! Es soll mich nicht mehr befremden,