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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
407
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Irre werden an Gottes Gerechtigkeit, weil der Sünder dieFrüchte seines irdischen Strebens ungestört gewinnt? Nein, undwenn das Strafschwert der Gottheit ihn auch nicht sichtbar vormeinen Augen trifft: wehe, es hat ihn dennoch schon getroffen!Der Gottlose richtet sich selbst! Er hat sein Besseres in sich ge-lobtet ; er hat seinen zur Ewigkeit geschaffenen Geist versäumt!Geblendet durch seine Gewohnheiten, betäubt von seinen Lastern,stirbt er ahnungslos dahin denkt kaum der Ewigkeit, dieseiner harrt. Aber entsetzlich wird sein Erwachen in einem neuenDasein werden, wo er als eins der geringsten, elendesten Wesendastcht, und tief unter den Stufen geistiger Seligkeit und Voll-endung liegt, wie er sich selbst dazu verdammt hat.

Irre werden an der Gerechtigkeit Gottes, weil der Gottlosehienieden in aller Herrlichkeit triumphirt ? Nimmermehr! Gottist gerechter, als der Gerechteste unter den Menschenkindern,und doch bestrafen diese das Gedächtniß des früh oder spät ent-larvten Bösewichts in ihrem Fluche. Was ist denn dies flüchtigeLeben? Ein vorüberwandelnder Schatten. Wie kurz ist dochauch der längste Triumph des Gottlosen, und könnte er ihn auchungestört feiern von seiner Wiege bis zum Sarge!

Und du, der die ewige Vergeltung murrend anklagt, daßsie dem Verächter der Ewigkeit, dem Spötter der Tugendnachsche, und nicht schon vor den Augen der Welt ihn demükhige:erinnere dich, wie wenige derer sinv, die auf Erden froh inSünden schwelgen konnten bis ans Ende. Erinnere dich, daßein einziger Augenblick oft plötzlich Alles umgestaltete, und dengeheimen Wollüstling zum Abscheu des Landes, dm frechenBetrüger zum flüchtigen Bettler machte; wie oft der Tyrann aufdem Richtplatze starb, den er mit dem Blute der Unschuld färbte,und der Heimtückische in die Grube stürzte, die er Andern grub.

Kannst du auch in das finstere Herz des Verbrechers schauen,der scheinbar vor der Welt einer der Glücklichsten dasteht? Istdenn sein Gold, sein Ansehen, feine Würde ein Glück; odermuß dies Wohlsein nicht bei ihm, wie bei jedem andern Sterb-lichen, in den Empfindungen seiner Brust, in der harmlosenRuhe seines Gemüthes gesucht werden? Wohl siehst du den