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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
405
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wandte verkehrte Mittel an. Er wollte für das Höchste das Nie,Lrigste kaufen, wollte Kieselsteine erkaufen gegen Perlen. Nein,irdisches Wohlsein steht mit der Tugend des Christen in keinerVerbindung; Erdenfreuden und Erdenleiden haben mit der Voll-kommenheit meines unsterblichen Geistes keine Gemeinsamkeit;sie sind nie der Zweck eines getterfüllten Gemüthes, sondernnur, je nachdem sie erscheinen, Mittel für dasselbe, seine Kraftund Thätigkeit nur auf mannigfaltige Weise zu üben und durchUebung zu erhöhen.

Und welches ist des Sünders Triumph? Kein anderer, alsDer Triumph des Thieres, wenn es seine Nachstellungen, seineList, sein Lauern, sein Ausharren gelungen sieht, und endlichden erwünschten Raub in seinen Klauen gefangen hält.

Der Bösewicht ist ganz Thier, aber durch vorzüglichereGeistesgaben nur das furchtbarste, listigste, grausamste. Er lebtnur für diese Welt; er will nur in dieser gelten, gewinnen,wohl sein seine Begierden haben das Edlere in ihm schonerdrückt. Er ist unfähig, den Geist aus dem Druck sinnlicher Ge-lüste zur Freiheit zu erheben. Er ist Sklave seines Leibes, Sklaveseines Gaumens, seines Auges, seines nach Schmeicheleienlüsternen Ohres, seines wollüstigen, geilen Wesens, das ihnbeherrscht. Er hat nur Kenntnisse für das Irdische, um sich zunähren, um brauchbar zu sein, um Gold zu gewinnen. Er hatkeine Tugend, ahnet nichts von der Möglichkeit einer Selbst-überwindung. Er hat nur eine gewandtere Klugheit, um sichdurch List, Lauern und Ausharren in den Besitz der Dinge zusetzen, nach denen er geizt. Alles Uebrige ist ihm gleichgültig.Er macht die Religionsgebräuche mit, wie die Kleidermoden,um nicht anstößig zu werden ; er hilft zu gemeinnützigen Dingendurch Beiträge, thut alles Gute, wo es ihm nicht schwer wird,um sich vor der Welt einen guten Namen zu machen. Je mehrer die Menschen über seine wahre Denkungsart täuschen kann,je besser kann er im Verborgenen seinen Raub verfolgen.

Warum sollte es nicht möglich sein, daß ein solcher Mensch,dessen Trachten das Böse ist, und dessen Gutes eine Larve wird,hinter die er das Gefährliche seiner Gemüthsart versteckt,