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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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in mir als Unsterbliches lebt, mit größer» Kräften auSzurüsten,es ähnlich zu machen der Gottheit, von der es stammt.

Wie der Säemann seinen Samen in die Erde senkt, daß erkeime, gedeihe und blühend hervorsteige, so senkte Gott in denStaub dieser Erde, in diesen Leib, den menschlichen Leib, auchden menschlichen Geist, einen Keim, zu aller Vollkommenheitfähig, für ein ewiges Dasein und Blühen erkoren. Aber unserGeist hat auch das Vermögen der Selbstthätigkeit. Durch diesemuß er sich zur Vollkommenheit entwickeln. Verwahrloset er sie,so erstickt ihn der Boden, in den er ausgesäet war. Er bleibtunvollkommen und gering, und wird schlechter als er war, daihn Gottes Hand, als Keim für die Ewigkeit, aussäete.

Die höchste Selbstvervollkommnung des Geistes, die größteStärke und Kraft des Unsterblichen in uns, ist also das Zielder Tugend. Das Ewige in uns lebt nur für das Ewige;das Geistige in uns für das Geistige. Darum sprach Christus:Sammelt euch Schätze im Himmel, da sie weder Motten nochRost fressen. (Matth. 6, 20.)

So bin ich also tugendhaft um des in mir wohnenden ewigenGeistes willen, nicht für den gebrechlichen, hinfälligen, von mirbelebten Theil Staubes willen, welchen ich meinen Leichnam nenneund in der Todesstunde abwerfe. So bin ich also tugendhaft,um ein stärkerer, heiligerer, erhabenerer Geist zu werden und zusein, schon hier in der Erdenhülle, mehr noch in dem künftigen,vollkommenem Leben; aber ich bin nicht tugendhaft, um meinenGaumen mit feinem Speisen zu laben, mein Auge an größer»Ehrenbezeugungen zu weiden, mein Ohr mit süßem Schmeicheleienfüllen zu lassen, oder meinen Leib mit kostbarer» Gewändern zubedecken, oder in prachtvollem Palästen zu betten.

Was mein irdisches Wohlergehen befördern könne, was denWirkungskreis meiner Tugend auf Erden erweitern möge, dazuverlieh mir Gott die Kraft der Klugheit, wie er sie zu solchemBedürfnisse mehr oder weniger auch jedem andern Thiere ver-liehen. Aber diese Klugheit soll immer den Gesetzen der Tugendunterworfen sein, und der Geist, der unsterbliche, über dieBegierden des sinnlichen Leibes so hoch erhaben herrschen, wie