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äußeres Gepräge den Unerfahrnen oder Gutmütigen täuscht.Er ist sich selbst am verächtlichsten in Stunden ernsten Nach-denkens, weil er sich selbst am besten kennt.
Nur das Bewußtsein überlegener Klugheit, mit welcher er dieMenschen behandelt, mit welcher er seine Fehler bedeckt, oderEigenschaften und Tugenden glänzen läßt, die ihm in der Thatnicht gehören, nur dies Bewußtsein hält ihn aufrecht und tröstetihn, die falsche Rolle zu spielen. Er beurtheilt die Menschenselten nach der Seite ihres Herzens, sondern nur nach ihremVerstände, nach ihrem Scharfblick; wie der Gaukelspieler, dessenAnsehn verloren ist, wenn Jemand scharfsinnig genug ist, seineKunststücke zu enträthseln. Er steht darin immerdar gegen dieWelt wie in einer feindlichen Stellung, lauschend, horchend,Maßregeln nehmend, theils sich nicht zu verrathen, theils seineAnschläge'fortzusctzen. Sein ganzes Leben ist eine anhaltendeArbeit für ein Nichts. Er würde auch ohne diese Anstrengungen,Umtriebe, Schmeicheleien, Versprechungen, Scheinhandlungen,Unwahrheiten, und welchen Namen das Gewebe seiner Verstel-lungen führen mag, glücklich gewesen sein, und durch wahresinneres Verdienst endlich sein Ziel erreicht haben, und mit größererSicherheit. Aber er wählte anders, und wählte Sorge, Unruhe,Verdrießlichkeiten, Beschämungen, Verachtung vor sich selbst.
Denn was der Mensch auch thue, sobald er einmal, wärecs auch nur in Kleinigkeiten, aufhört wahrhaft zu sein: er wirdvon dem Augenblick an, da er seine Larve vornimmt, in bestän-diger Bewegung sein, diese Larve nicht zu verlieren. Er wirdnun trachten, Herr und Meister seiner Worte, seiner Blicke,seiner Geberden zu werden; er wird sein Gedächtniß foltern undfragen, um nirgends in einen verdächtigen Widerspruch mit sichselbst zu gerathen, und wird es zuletzt doch nicht hindern können,daß seine Gleißnerei entdeckt, sein Betrug, ihm zum Verderben,laut werde. Denn was ist in der Welt Geheimes verübt worden,das nicht durch das wunderbarste Zusammentreffen der Umständeendlich an das Tageslicht gezogen worden wäre?
L) wie unsägliche und dennoch vergebliche Mühe gibt sich derMensch, u>7i ungestraft sch lecht sein zu können! Mit der Hälfte