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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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wegs der Beweis von der Güte des Gcinüths. Auch rin schrva-cher, sogar schlechter Mensch kann Jedem das Seine geben,nützlich sein, und, was man rechtschaffen nennt, thun. Erkann es aus bloßer Feigheit, aus bloßer Furcht vor der Strafethun. Er kann es aus bloßem Ehrgeiz, aus Eigennutz thun.Wer aber möchte von solchem Menschen sagen, er sei tugend-haft, oder er habe die beste Religion? Wer möchte von einemsolchen behaupten, er habe jene Seelcngröße, die ihn über dengemeinen Haufen der Menschen erhebt, die gern das Gegen-theil von allem thun würden, wenn sie es ohne Gefahr begehendürften?

Eine ähnliche Sprache führten schon längst alle diejenigen,welche sich es m ihrer Religion bequem machen wollten, weil siefür das Höhere zu wenig Kraft in sich fühlten. Schon zu ChristiZeiten waren dies die Grundsätze der Pharisäer und Schrift-gelehrten. Darum erklärte Jesus laut: Es sei denn eure Gerech-tigkeit besser, als die ihrige; sonst werdet ihr nicht in das Himmel-reich kommen. Es ist nicht genug, daß ihr Keinen bestehlet,betrüget oder tödtet; nein, ihr sollt selbst eure Feinde lieben.Es ist nicht genug, daß ihr keine Ehebrecher seid; nein, ihr solltselbst in Gedanken kein anderes Weib begehren. Es ist nichtgenug, daß ihr keinen falschen Eid schwöret, oder keinen Schwurbrechet; nein, ihr sollt selbst im Kleinsten euer Wort halten.So unterschied unser göttlicher Weltlehrer die bloße Beobach-tung bürgerlicher Landesgefttze von der Befolgung der hühern,innern Gesetze, die Gott den Geistern gab. Nicht Eigennutzund Ehrbegier, sondern Liebe des höchsten, vollkommenstenWesens muß die Quelle unserer Thaten sein, wenn sie denNamen der tugendhaften verdienen sollen.Ich nehme nichtEhre von Menschen," sprach Christus,aber ich kenneeuch, daß ihr nicht Gottes Liebe in euch habet."(Joh. 5, 41. 42.)

Es sind Andere, welche in die ganz entgegengesetzte Meinungund in den entgegengesetzten Fehler verfallen. Sie behauptenund sprechen:Nur der Glaube macht selig; die Werke helfenuns nicht. Wer Jesum liebt, nur durch sein Verdienst die Gnade