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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
356
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ist auf dem andern geblieben, der nicht zerbrochen worden ist.tMatth. 24, 2.) Jerusalem ist heutiges Tages ein Städtlein inder Wüste; es ruht entfernt von der alten Stätte, wo man cs niewieder erbauen konnte, weil unaufhörliche Erdbeben die Arbeitenzur Wiedercrbauung unterbrachen. Das jüdische Volk ist zerstreutdurch alle Welttheile, ein entsetzliches Denkmal der Vergangen«heit kein Volk auf Erden hat ein Schicksal gehabt, wie dieses!

Noch war das Christenthum nur in den: engen Kreise wenigerFrommen bekannt. Jesus hatte seine Lehre den Tausenden ge-predigt, die ihm zuhörtcn; leichtsinnig ward von Tausenden seinWort wieder vergessen. Nur Einzelne begriffen ihn ganz; nurEinzelne nahmen ihr Kreuz auf sich und folgten ihm nach. Tau-sende eilten wieder davon, wenn ihre erste Neugier gestillt oderihre Hoffnung getäuscht war. Die Meisten hatten nur Wundererblicken, nur außerordentliche Dinge anstaunen wollen. Siewaren begierig, den verheißenen Messias kennen zu lernen. Sieerwarteten, einen Helden, einen David zu sehen, der, von Jehovabeschirmt und begeistert, die Waffen gegen das damals die Weltbeherrschende Rom erheben, und Jerusalem im Morgen- undAbendlande gewaltig machen würde. Wenn sie aber in ihrenErwartungen betrogen standen; wenn Jesus ihnen selbst zurief:Mein Reich ist kein irdisches, ist nicht von dieser Welt; Gott istein Geist; ich bin sein Gesandter; ich stifte ein geistiges oderhimmlisches Reich! so wandten sie sich unzufrieden von ihm.

Millionen Völker wohnten auf Erden; aber der Name Jesu,Des Verachteten, der in Knechtsgestalt umherging, war keinemVolke bekannt. Nur wenige arme Leute von geringer Herkunft,von keiner Gelehrsamkeit, keinem Ansehen, hatten sich zu ihmgethan, und hingen ihm mit reinem, liebendem Gemüthe an.Und diese einzelnen waren Juden, das heißt, Mitglieder einerNation, die schon damals von andern Nationen wenig geachtetund geliebt war, weil sie sich in allen Stücken eigensinnig vonandern Völkern trennte. Wer hätte damals ahnen sollen, daßeinst eine Zeit kommen würde, wo Könige und Kaiser der WeltDiese ersten Jünger und ihre Armuth beneiden, wo die mächtigstenFürsten vom Throne niedersteigen und ihre Knie vor Jesu Namen