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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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wenn durch eigenes Verschulden dies Loos das unsrige ist. Wirkönnen sogar voraussehen, daß, wenn wir unglücklich werdensollten, wir nicht einmal auf herzliche Theilnahme rechnen dürfen,weil wir durch die Veränderlichkeit in Gesinnungen, in Grundsätzenund Zwecken uns um herzliche Freunde gebracht haben.

Der schwache, sich beständig ungleiche Mensch, der in seinenUrtheilen und Thaten immer von einem äußern Anstoß geleitetwird, nie aus sich selbst heraus handelt, ist ein unsicherer Bürger,ein gefährlicher Freund; eine Hausmutter, welche Zwietracht,Verwirrung und Mißtrauen unter die Ihrigen bringt, darf aufden Namen einer ächten Christin keine Ansprüche machen.Aus wem nicht immer Jesu Geist redet , wer nicht immer, es seiin friedlichen oder unfriedlichen Verhältnissen, mit dem reinstenWohlwollen Jesu handelt; wer um eines Vortheils willen, dendie Umstände darbieten, oder aus Laune, oder aus Besorgniß,einen Vortheil zu verlieren, lieber gegen die Vorschrift desGewissens, gegen die Gebote Jesu, als gegen seinen Eigennutzanstoßen will: der verläugnet den Herrn um der Weltwillen. Wie darf er sich einen Nachfolger des Weltheilandesnennen?

Darum ermahnet die heilige Schrift vor allen Dingen zurStandhaftigkeit, Treue und Festigkeit in guten Gesinnungen, inder Denkart Jesu. Wachet, ruft der Apostel Paulus seinenkorinthischen Freunden zu, stehet im Glauben, seid männ-lich und seid stark. (1. Kor. 16, 13.)

Diese Männlichkeit und Stärke der Denkart äußert sich inderGleichförmigkeit unsererGesinnungen, Urtheileund Handlungen. Daß in jedem Menschen wirklich einewahre Neigung vorhanden sei, unter allen Umständen immer alseiner und derselbe zu erscheinen, daß man ihn immer alsden gleichen erkenne, der noch beute ist, wie er vor einemJahre war: wer kann dies läugnen? wer läugncn, daß es eininneres Wohlgefallen, eine Freude an uns selbst erregt, wennwir beständig mit unfern Grundsätzen übereinstimmend reden undwirken? wer läugnen, daß bittere Verlegenheit uns ergreift,Scham uns züchtiget, wenn wir in Widerspruch mit uns selbst