ist ja nicht so schwer, als Zeuge vom Tod unserer Geliebtestmsein! Das Aussprechen deines Gelübdes ist selbst nur einSchrei des tiefsten Schmerzes. Die Betrübniß überwältigtedich und deinen Glauben, dein Vertrauen. Dein Gelübde wardie That der Verzweiflung; und in solcher Noch, wo oft unserBewußtsein flieht, Haschen wir auch nach dem Schatten derMöglichkeiten. — Du fühltest in der trostlosen Angst nur, wasdu erbitten wolltest, nicht wie du mit Jesu vertrauensvollbitten solltest. — Es war dir zu schwer, an der Seite eineshochgeliebten sterbenden Kindes dem Heilande nachzusprechen:Vater, nicht mein Wile, sondern der Deinige ge-schehe! — Es war zu schwer!
Wohl ist dem leidenden und liebenden Menschenherzen oftzu schwer, nur die Möglichkeit zu denken, das Theuerste einzu-büßen. Wie könnte es im höchsten Sturm verzweifelnder Liebeseiner mächtig bleiben und mit Jesu Weisheit und Ergebungseufzen: Vater, nicht mein, sondern Dein Wille! Aber wenn
der Sturm vorüber gezogen, dann-auch mit nassen Augen,
mit gebrochenem Herzen, Christ, Christin! — auf deine Kniein eine Einsamkeit hingesunken, lerne beten, wie der Messiasam Oelberg betete. Lerne beten mit jenem grenzenlosen Ver-trauen, welches der schwachen Menschheit gegen die Majestätdes Allerhöchsten geziemt; mit Unterwürfigkeit, mit glauben-voller Zuversicht: er allein wisse, was Dir und den Deinigen' zum Heil gereiche!
Und wenn dann, o Christ, o Christin! wenn dann auchdas Schwerste kommt, und der Kelch der Leiden nicht an dirvorübergeht, sondern dein Engel ihn dir darbietet, und du ihntrinken mußt, und ausleeren bis zur letzten, bittersten Neige;wenn deine menschliche Natur so großem Schmerze unterliegt,und alle deine Kräfte wie vernichtet weichen — dann laß fliehendein stilles Glück, nur nicht dein Vertrauen. Der Herr hat'sgegeben, der Herr hat's genommen; hschgelobet sei der Namedes Herrn!
Dies Vertrauen auf des ewigen Vaters hohe und weiseLiebe ist allein des Christen, des Gotteskindes würdig; — nicht