Eisrinde der Nordländer die ungeheuer» Gebeine, selbst wohl»erhaltene Stücke Fells von Thieren gefunden, deren Bau, Gerstalt und außerordentliche Größe uns in Erstaunen setzen, undvon deren Gattung kein lebendiges mehr auf der Erde gesehenwird. Sogar Elephanten und Nashörner und andere Thierr,welche heutiges Tages nur in den wärmsten Ländern erblicktwerden, zeigen noch jetzt ihre unverweseten Gerippe in jenentobten, kalten Schneewüsten. Es war also doch einmal aufErden anders, als jetzt. Es war also doch einmal ein Paradies,ohne Wechsel der Jahreszeiten.
In jenen schönen Urzeiten, so lehrt die heilige Schrift, gingder Mensch sündenrein aus Gottes Hand hervor. Erwar mit Gott enger verbunden, als in spätern Zeiten, da er sichvon ihm mit sündigem Antlitz abwendete. Was sollen wir dazusagen? Aber noch in unfern Zeiten entdecken wir unzwe-ifelbareSpuren in der Geschichte, daß vor undenklichen Zeiten einMenschengeschlecht gelebt haben müsse, welches, einiger mit derNatur, und nur mit dem Göttlichen vorzugsweise beschäftigt,uns an Weisheit und Erkenntniß übertroffen hat.
Wenigstens muß es noch heutiges Tages unsere Bewunderungoder unser Befremden erregen, daß die allerältesten Völker derErde, von denen wir noch Nachrichten und Ueberlicferungenbehalten haben, sehr richtige Vorstellungen von der Gottheit,von der Unsterblichkeit, von der Welt, und selbst von den Be-wegungen der Gestirne besaßen, während sie noch nichts vonKünsten und Lebensbequemlichkeiten, nichts von allerlei sinn-vollen Werkzeugen und Einrichtungen wußten, aus die wir jetztso gern stolz sind. Von jenen Urbegriffen bewahrte sich nachherbei den ihnen nachfolgenden Geschlechtern nur ein verworrenes,entstelltes Gedächtniß, und ein Schatten und Thun, ohne Ein-sicht der Grundsätze.
Der Hauch der Gottheit, der menschliche Geist, der die Ge-stalt des Sterblichen beseelt, damals seinem Ursprung noch näher,war mit der Natur, dem Gotteswerk, verschwisterter, als heute,und nur Sehnsucht nach göttlichen Dingen leitete ihn. Gottoffenbarte sich ihm, und in ihm und durch ihn, wie Gott sich