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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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da verfolgte man sich wegen gegenseitiger Jrrthümer; da warderst der Name der Ketzerei erfunden, und Christen wütheten nichtselten gegen Christen mit dem Schwert in der Faust um ihrerMeinungen willen. Aber der Glaube, den Jesus gegeben, seinErlösungswerk, seine heilige, von Sünden reinigende, zu Gottwieder hinführende Lehre blieb über allen Streit und über allenZweifel erhaben. Nur um menschliche Vorstellungsarten wurdegekämpft, die zuletzt doch immer verschieden geblieben sind. Darinbesteht der wesentliche Unterschied des Göttlichen vom Mensch-lichen, dass das Göttliche allgemein und ewig ist, und von allenmit Verstand und Vernunft begabten Wesen immer als unwider-sprechliche Wahrheit anerkannt wird. Das Menschliche hingegenrichtet sich nach Ländern, Zeitaltern, Kenntnissen und Erfahrun-gen, und wechselt immerdar nnd behält nie seine Gestalt.

So ist auch über die Natur der Erbsünde viel Entzweiunggewesen. Viele haben sie nach ihrer eigenen Weise erklären wollen;Viele hingegen an ihrem Dasein selbst gezweifelt, und sich nichtüberreden mögen, daß um eines Menschen Fehltrittwillen der Hang zum Bosen erblich geworden sei durch dasganze Menschengeschlecht aller Jahrtausende. Inzwischen redetdoch die heilige Schrift an vielen Orten deutlich von der an-gebornen Neigung des Menschen zum Bösen. Eben so sprechenin ihr die ältesten Urkunden des menschlichen Geschlechts von. einem ehemaligen vollkommener» Zustand desselben, von einerEntzweiung desselben mit Gott durch Abweichung von dessenGesetzen, und von dem daraus in der Welt entstandenen undfortgepflanzten Verderben.

Zwar haben noch in neuern Zeiten manche Ausleger derheiligen Schrift dies entweder mit Kühnheit verwerfen wollen,als widersprechend mit der Erhabenheit und Weisheit Gottes;oder haben es deuten wollen als Meinung des hohen Alterthums,erfunden zur Erklärung des hohen Uebels in der Welt, oder zurVermehrung tugendhaften Eifers.

Aber in den heiligen Büchern des Christenthums erkenne ichdie ältesten und heiligsten Bücher des Menschenthums, erkenneich die Aussprüche der Gottheit durch ihre Werkzeuge und Boten

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