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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
283
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soll er leben. (Hesekiel 33, 16.) So lautet die feierlicheZusage des göttlichen Wortes. So versichert es uns JesusChristus. Denn des Menschen Sohn ist gekommen, selig zumachen, was verloren ist. (Matth. 18, 11.)

Wohl Mancher nimmt diesen hohen Trost der Religion, wieder Satan ein Geschenk des Himmels nehmen würde, nämlich:neues Verderben daraus zu brüten. Mancher denkt: So habeich Gottes Zusage; so darf ich mich jederzeit noch der Barm-herzigkeit des himmlischen Vaters getrösten. Es ist wahr, ichbin noch nicht, wie ich als wahrer Christ sein sollte. Aber ichbin noch gesund; ich habe mich noch manches Jahr des Lebenszu erfreuen. Es bleibt mir noch Zeit genug, der bessere Menschzu werden. Nur meine jetzigen Plane will ich erst durchsetzen;nur erst mich der Lust noch erfreuen, für die ich schon oft undvielmals Neigung fühlte. Dann aber soll es anders werden.Dann will ich versuchen, eben so edel, eben so liebreich, so" un-eigennützig, versöhnlich, keusch, enthaltsam zu werden, als ichalles dies jetzt manchmal noch im Gegenthcil bin.

Unbedachtsames, schwaches Herz! Wie fürchterlich hinter-gehst du dich selbst! Sklave, du willst nur noch so lange in deinenehrlosen Ketten liegen bleiben, bis du sie dereinst vor Alters-schwäche und Gewohnheit nicht mehr brechen kannst. Du willstnur so lange sinnlich-thierisch bleiben, bis dir deine Denkart zurandern Natur geworden ist, und dann ändern, was unabänder-lich wird. Du möchtest der Diener zweier ewig getrennten Herr-schaften werden, und schlau von den Früchten der Hölle und desHimmels zugleich naschen. Du willst erst dich tief vergiften biszur Unheilbarkeit, um in voller Gesundheit aufzublühen.

Was du heute nicht vermagst, das wirst du morgen nochweniger vermögen. Fehlt dir heute die Kraft, Herr deiner selbstzu werden, und edlern Grundsätzen zu folgen: morgen ist sieschon schwächer. Denn auf der Bahn der Laster ist kein Still-stand so lange du sie berührst, schreitest du mit jedem Athem-zuge, mit jedem Gedanken darin vor; jede Stunde verhärtetdeine Gewohnheiten mehr. Du glaubst dich hinlänglich in deinerGewalt zu haben; du meinst, es komme nur auf deinen recht