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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
281
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sonst sagt ihnen ihre bessere Ueberzeugung: Werde edler, alswas die Welt hat und gibt, so wirst du dadurch glücklicher sein,als durch das, was sie geben kann! Sie denken: Damit hates Zeit, bis mein erster Wunsch erfüllt ist.

So wird das Leben der meisten Sterblichen zu einem immer-währenden Kampf gegen Gott und dessen Weikeinrichtungen.Sie wollen mit ihrer Einsicht den Gang der Vorsehung ver-bessern, und selbst die Götter ihres Lebens sein. Sie wollen mitihrer Klugheit ersetzen, was sie als Sklaven sinnlicher Begierdennicht von der Tugend erwarten können. Sic verzeihen sich einLaster, wenn es nur zum vermeinten besten Ziel befördern zukönnen scheint, und schmeicheln sich, dereinst, wenn sie mit Er-füllung ihrer Wünsche fertig sein werden, auch mit Gott csabzuthun, und den Forderungen eines mahnenden Gewissensendlich Genüge leisten zu können.

Der Kampf des Menschen gegen Gott ist der Kampf deSWurms gegen einen Bergstrom, der über seinen Weg rauscht,und nach dem Schöpfungsgesetz der Schwere fortwährend vonder Höhe zur Tiefe stürzt. Umsonst will der thörichte Wurm dieUngeheuern fallenden Wasser zu ihren Quellen zurückdrängen.

Gott hat das Weltall geordnet. Seligkeit durchVollendung ist der große Ruf der Schöpfung an uns. Um-sonst betäuben wie unser Gehör dagegen. Die ganze Natur unddie Verkettung aller Schicksale ist zum Mittel in der MachtGottes geworden, uns endlich auch wider unsern Willen zumZiele Hinzutreiben zu einer Seligkeit durch Vollendung. DasKörperliche aber kann nicht vollendeter werden, als cs aus derHand des Schöpfers selbst kam. Nur der Geist ist größererVollkommenheit fähig. Alles drängt ihn dazu, Glück und Un-glück, Schmerz und Freude. Lasterhafte Begierde ist Zwietrachtmit den Gesetzen der Natur und Offenbarungen, der Welt unddes Schicksals. Was sich diesm eigensinnig entgegensträubt, wirdzermalmt; was mit ihnen vereint wandelt, geht zum Frieden,zur Erhabenheit über das Irdische, zur Vollendung empor. Wermit Gott ist-, mir dem ist Gott. Wer in der Sünde ist, und imEigensinn irdischer Wünsche, steht wider Gott Vater und wider