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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
278
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Htsckiel 33/ 16.

Gott, welcher Rausch, welch süßer Traum.'

Wann war ich Christ? Ach! Mensch oft kaum;

Fern, mich und Dich zil kennen;

War Lastcrsklav! In meiner Brust,

Wie schlich, wie tobte manche Lust,

Die ich mir kaum darf nennen!

Ach, weint' ich Thrünenflutben weint'

8ch Blut, ich war, o Gott! Dein Feind.

Und wärest Du nie Rächer,

Ich, ach! ich war doch klein genug,

Dem Gott zu trotzen, der mich trug:

War frevelnder Verbrecher.

Mein ganzes Herz schämt stch vor Dir;

Vor Deinen Engeln und vor mir;

Wie war ich tsdt und Sünder!

Beim Aufruhr meiner Leidenschaft,

Gott, wie verließ mich alle Kraft,

Mich schwächstes Deiner Kinder!

E6enn ich im Schoose der stillen Natur wohne; die EinfaltMd Ordnung und Regelmäßigkeit des großen Ganges der Welterblicke; die Reinheit und Klarheit und Zweckmäßigkeit dessen sehe,was unmittelbar durch Gottes Macht hervorgegangen ist:rmd werfe dann einen Blick in mein eigenes Herz in das

iinstere, tiefbewegte, leidenschaftlich heftige Herz --welch

«ne Verschiedenheit! Welche Heiterkeit und Ruhe in derNatur, aber welche Dunkelheit und Unruhe in meiner Brust!Welcher Frieden, welche Harmonie dort in allen Dingen, undwelche Zwietracht in meinen eigenen Wünschen, in allen meinenGefühlen! Wie milde und wohlthätig Alles dort, und wiezerstörend, zwecklos und unfreundlich ist's in mir! Wie be-harrlich, unveränderlich geht dort Alles seit Jahrtausenden, seitEwigkeiten seine Bahn hin; wie ungleich hingegen bin ichMir selbst von einer Stunde zur andern; wie abweichend, oftWidersprechend bin ich in meinen Entschlüssen und Meinungen!Dort waltet das Vollkommene: in mir das Unvollkommene