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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
275
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Darum sind ihnen die Prüfungen nöthig, auf daß sie erkenn mmögen, wie tief sie in das thierische Leben hinabgesunken sind!Darum werden sie vielleicht noch mit härter» Schicksalen heim-gesucht werden, auf daß sie erkennen, wie nichts einen WerthHat, als das Ucberirdische, und daß sie erfahren, es wohne inihrem Leibe ein unsterblicher Geist, und über den Sternen einewiger Gott, welcher das menschliche Geschlecht erzieht zumHöhern Sein, durch Vatergüte und Vaterernst.

Wohl mancher Gatte verlor seines Lebens geliebte Gefährtin,wohl manches Weib ward Wittwe, manche Mutter sah ihr Kinölm Tode untergehen. Aber sie verloren nur; zum großenOpfer waren sie unber-eitet. Gott forderte ihr Liebstes, aber sieverzweifelten, bis Zeit und Umstände endlich ihren SchmerzMilderten. Sie sahen im Erscheinen des Todesengels nicht denfordernden Gottesengel, und hatten nicht Seelengrößc, nichtChristenglauben und Christusleben genug, mit Hiob zu sagen:Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen: gelobt seider Name des Herrn!

Das macht den Werth des Opfers, wenn wir es frei-Ävillig darbringen. Erzwungene Gabe ist keine Gabe.Auch wenn das Schwerste von uns gefordert wird, es mitHinblick auf Gott, vertrauend, glaubend, lobend hingeben: daSäst Christenopfer.

Den höchsten Werth des Opfers macht die größere oder ac-vingere Selbstüberwindung, welche es uns kostet. Wenn Abrahamseinen einigen, geliebten Sohn zum Todesaltar hinführte, weilGott gebot wer zweifelt, daß sein Vaterherz geblutet habe?Die größte Selbstüberwindung und Mühe verursacht es unsrben, wenn wir das Liebste bringen. Wer einem Andern seinLiebstes gibt, den liebt er am innigsten.

Und so sind wir jeden Tag, jede Stunde fähig, der Gott-heit ein theures Opfer darzubringen. Frage nicht, welches?Cr hat es schon gefordert: aber du hattest noch nickt den Muth,es freiwillig zu bringen; du hattest nicht d.e Kraft der Selbst-überwindung; du hattest nicht die Religion und den GlaubenJesu ergriffen! Vielleicht forderte Gott nicht dein Kind,