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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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steht unbedroht? Wessen Glücksgüter sind geborgen? Ein Jeg-sicher harret des künftigen Morgens mit Furcht und Zittern,und weiß nicht, welche neue Uebel ihm bevorstehen! Dies istdie große Zeit der Prüfungen, dies die Zeit der edeln Opfer!So wollen wir uns denn bereiten, Gott zu geben, was er vonuns fordert.

Alles für Gott! und eben darum Alles mit Glaubenund Liebe zu Gott und der felsenfesten Ueberzeugung, daßkein Anderer Gott fei, als er; daß kein Anderer die Welt regiertund ihre Begebenheiten, als der Allmächtige; daß kein Andereruns unsere Unfälle mit prüfender Hand zuweiset, als der Allein-weise; daß er, was er auch über uns und die Unsrigen ver-hängen will, Alles aus Vaterliebe verhängt. Er will unsereSeelen und Geister erhöhen zum Ewigbleibenden und Göttlichen;er will.uns von der Anhänglichkeit und allzugroßen Hinneigungzum Staube losmachen und uns ftrr den hohem Beruf entfesseln;er will uns fühlbar machen, daß hienieden auf nichts vertrautwerden müsse, daß wir Geister sind und einer Geisterwelt an-gehören, die über alle Schranken und Hoffnungen des Staubeshocherhaben steht.

Nicht Jeder, der geprüft wird, bringt das Opfer, sondernnur der, welcher seinen Verlust mit Glauben, Zuversicht und Liebezu Gott hcldenmüthig tragen kann. Zahllose Menschen verlorengegenwärtig durch K-riegsflammen ihre Wohnhäuser, durch räu-berische Fäuste ihr Hab und Gut aber sie verloren es mitUnwillen, mit Seufzern und Thränen, mit Verzweiflung. Siehatten einen Verlust, aber sie brachten kein Opfer. Gott forderteihr Liebstes von ihnen, aber sie gaben es nicht mit dem heiligenMuthe des Christen, sondern sie verloren es! Sie ahnetenkaum in diesem Spiel der Schickungen Gottes Hand; ach, wiedm vernunftlosen Thieren, schien ihnen der Sinn für alles Gött-liche verschlossen! Sie sahen in der Flamme nur die Flamme;in den zuchtlosen Räubern nur die Räuber; höher blickten sienicht. So fährt der ergrimmte Hund nur nach dem Steine,welcher gegen ihn geworfen ward, ohne auf die Hand zuschauen, welche den Stein zum Werkzeuge gemacht hatte.