und Göttlichen? —Wie? meine Thränen der Reue, meine Gelübdc>meine glühende Andacht, meine betende Inbrunst, war das allesnur Traum, nur Rausch ohne Folgen? Ich stände noch, wo ichvor Jahren stand? Noch so leichtsinnig und voll unreinen Sinncchwie ehemals? Vielleicht noch um Vieles elender und befleckter, alsehemals? Was habe ich gethan? mich mit meiner vermeinte»Reue selbst getäuscht? — Wehe mir, und alle meine Sünde»— ich denke es mit Entsetzen — sind noch nicht getilgt? Wiekonnte ich mich seit meinen Kinderjahren so schwer verblenden?Es ist Wahrheit, und Jesus sprach sie, und meine Vernunft erkenntsie, und meine ganze Seele fühlt sie mit Beben: wo keine innigeReue, da ist keine innige Besserung; wo keine innige dauerndeBesserung, da ist keine Vergebung, keine Hoffnung zur Gnade!
D barmherziger Gott, halte mich aufrecht, denn meineKräfte wollen brechen und mein Muth wankt — wie werde ichmich jemals zu Dir finden? — Womit könnte ich die Tiefe meinerReue beweisen, da ich mich auf ihren Flügeln noch zu keinerHähern Tugend aufschwang?— Und meine Sünden sindnoch nicht getilgt im ewigen Schuldbuch! noch nichtgetilgt, weil ich sie selbst noch nicht in mir getilgt hatte! D»hast sie mir, o Gerechter, behalten, weil ich sie, auch nach meinervergeblichen Reue, noch in mir behielt.
Zermalmt von den Schrecken Deines unabänderlichen, ewige»Wortes stebe ich Sünder vor Dir und zittere. Ach, ich bin DeinerLiebe nicht werrh! Mein Glaube an Dich, mein Glaube an JesumChristum, Deinen Sohn, hat mich nicht gerettet? Nein! ruftdie heilige Stimme Deines Wortes: Der Glaube, wenn ernicht Werke hat, ist derTod an ihm selber! (Jak. 1,47.)Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig.
Meine Seele ist betrübt! Du aber, mein Jesus, zeigtest mirden Weg zum Leben. So will ich leben. Ich will mich auf-schwingen zu jeder Tugend, wie Petrus, — mein ganzes Daseinauf Erden sei von nun an ein Werk edler Reue und Aussöhnungvergangener Schulden! Amen.