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Tiefe Reue/ hoher Aufschwung.
Matth. 26, 75 .
Du weinst umsonst zu Jesu Füßen ,
O Sünder voller Weltlichkeit!
Du willst das Leben tzir versüßenDurch göttliche Barmherzigkeit,
Und doch nicht von der Sünde scheiden.
Des Himmels und der Hölle FreudenWillst du zugleich genießen. Nein!
Du ringst umsonst; eS wird nicht sein.
Du weinst umsonst zu Jesu Füßen,
Und flehest um sein Himmelreich!
Und wenn auch deine Thrünen fließen,
Ist darum doch dein Herz nicht weich!
Noch liebest du dein Lasterleben:
Die Sünde ist dir nicht vergeben,
Du sürchtest nur das Weltgericht,
Die ächte Reue kennst du nicht.
Du weinst umsonst zu Jesu Füßen,
Und tröstest seiner Wunden dich,
Und wenn sie sür das Welrall fließen,
, Sie fließen, Sünder, nicht für dich!
Bereuen, und im Laster bleiben,
Heißt Spott mit Jesu Tode treiben!
Und wer sich ihm ganz eignen kann,
Nur dessen nimmt sich Jesus an.
Der Mensch kann Alles ertragen, nur nicht Entzweiung mitsich selbst. Aber innere Entzweiung ist es, wenn er nach Voll-kommenheit ringt, und Unvollkommenheit bei sich wahrnimmt;wenn er das Gute will, und das Schlechte thut. — Alle Sündebringt den Menschen in Zwietracht mit sich selber.
Denn was ist Sünde? — Sünde ist jeder Gedanke, jedesWort, jede That wider die bessere Ueberzeugung, welche in unswohnt. Der daraus entspringende Schmerz, die Bangigkeit,welche jeder schlechten Handlung auf dem Fuße folgt, das Miß-vergnügen mit uns selber, die innere Verachtung gegen unsereEntehrung, die Trauer über unsere Trennung von dem Aller-heiligsten, von Gott — — dies ist Reue.
Der beste, weiseste Mensch empfindet die Reue ?.m öftersten,aber auch am tiefsten. Der gemeine, rohe Sterbliche, welcher,