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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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dem Thiere gleich, sich nur um sein augenblickliches Gelüst, sonstrim nichts, bekümmert, hat dies edle Gefühl nur selten, nur sehr-oberflächlich; das Thier kennt solches aber gar nicht, sondernnach einer ihm verbotenen Handlung höchstens nur die Furcht.

Woher kommt es aber, daß nur der weisere und bessere MenschSen Schmerz der Reue am häufigsten und tiefsten fühlt? Da-her, weil er genauer weiß, wie er handeln und denken müsse, umvollkommen zu sein; weil er zarter jede Verletzung seiner innernUeberzeugung fühlt, als der Rohe und Unwissende; weil seineLiebe zur Gottheit, sein Verhältm'ß zur Ewigkeit heiliger, inniger,enger ist, als das der gewöhnlichen Menschen. Eben so wirdrin gutes Kind, welches seinen Vater, seine Mutter mit großerZärtlichkeit liebt, die Beleidigungen dieser Geliebten durch Un-gehorsam und Unart viel schneller und herzlicher bereuen, als dasverwilderte, gefühllose Kind, welches an seinem Herzen wenigzarte Empfindungen gegen seinen Wohlthäter nährt.

David, der königliche Dichter, sündigte oft, daher seinePsalmen so oft den Ausdruck der schmerzlichsten Reue zeigen.Gr sündigte oft, wahrlich nicht öfter, als Tausende seiner Unter»thanen; wahrlich nicht öfter, als wir selbst sündigen, ungeachtetwir vielleicht nicht dafür bekannt sind, weil wir uns scheuen,unsere Uebertretungen und Verirrungen so öffentlich zu bekennen,wie er that.

Auch PetruS, der Apostel, sündigte. Aber wie schnellbereute er seine Uebereilung! Als sein Vater, sein Freund,sein Lehrer, sein Wohlthäter angcklagt vor dem Gericht derHohenpriester und Aeltesten im Rathe zu Jerusalem stand,verläugnete er denselben aus feigem Schrecken. Wohl hatte ihmJesus dies vorausgesagt. Jesus kannte die feurige, lebhafteHandlungsart, die schnell auflodernden, oft zu UebereilungenVerleitenden Gefühle des ungestümen Petrus. Wahrlich, ichsage dir, in dieser Nacht, ehe der Hahn krähet, wirst du michdreimal verläugnen! Zwar Petrus sprach voll stolzenMuthes, voll inniger Liebe: Und wenn sich auch alle an Dirärgerten, so will ich mich doch nimmermehr ärgern, Dich nimmer-mehr verkennen. Und wenn ich mit Dir sterben müßte, so will