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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
250
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es, der Jesum verfolgt. Du, der mit wollüstigen Anschlägen dieRuhe und den Frieden der Unschuld vernichtet, die Glückseligkeitehelicher Verhältnisse stört, deines Leibes und Geistes edelsteKräfte verdirbt: du bist es, der Jesum verfolgt. Denn was duAndern thust und nicht thust, das hast du auch ihm gethan undihm nicht geleistet.

Wir verfolgen Gott durch absichtliche Ver-achtung seiner heiligen Gesetze. So verfolgen Kinderihre Aeltern, wenn sie deren Bitten und Befehle verschmähen,oder den Vater und die Mutter ganz vergessen, und stolz vor derWelt verläugnen. Auch der Mensch verläugnct Gott, wenn nichtmit den Lippen, denn er würde sich damit nur in die Reihe derWahnsinnigen stellen, doch mit dem Herzen, wenn er so lebt undschaltet, als wäre kein vergeltender Gott über den Sternen.

Es ist ein Gott! ruft das Gewissen des Sünders. Esist keinGott! ruft die That des Sünders. Er geht mit demewigen Gesetze des Rechts und der^.Wahrheit in der Brust, undvollbringt die Werke der Ungerechtigkeit und Falschheit. Hierist Gottesverläugnung. Er betritt den Tempel des höchstenWesens; er sieht die in Andacht und Gebet versunkene Mengeder Christen, er hört die Verkündigung des heiligen Wortes,er hört die Erinnerung an seine Pflichten; und tritt zurück indas gewohnte Leben, ohne gebessert zu sein; ohne nur den Willenzu haben, seine Fehler abzuthun; ohne nur den Versuch zumachen, einen edlern Wandel zu führen. Hier ist Verachtungder Gottheit und ihrer Gesetze, die der Mensch nie ungestraftvergessen darf. Es erscheinen feierliche Augenblicke, da sein Herzgerührter und weicher wird, wenn er etwa aus einer großenGefahr glücklich gerettet worden, oder wenn ihn eine hohe,unerwartete Freude überrascht, oder wenn er auf einem schmerz-lichen Krankenlager hingestreckt liegt, oder wenn er am Sargeeines thcuern Verstorbenen weint. Da fühlt er die GewaltGottes, in dessen Macht auch er steht. Da gedenkt er seiner Un-Würdigkeit vor dem Allerhöchsten, und es spricht ihm die Gottes-pimme ans Herz: Warum hast du mich immerdar verfolgt?Er geht in sich. Er bereut. Er sieht die Nichtigkeit des Irdischen