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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
249
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fehlt unserm Anblick. Wir können Jesum nicht verfolgen, wieeinst die Juden thaten, die ihn aufsuchten, vor den Richter führ-ten, verhöhnten, und zum Kreuze schleppten. Aber auch Pauluskonnte Jesum, den Auferstandenen, den zum Himmel Zurück-gekehrten, nicht mehr persönlich verfolgen, und dennoch riefihm die Stimme vom Himmel: Saul, Saul, warum verfol-gest du mich?

Jesus sprach: Wahrlich ich sage euch, was ihr gethanhabt einem unter meinen geringsten Brüdern, dashabt ihr mir gethan. Ich bin hungrig gewesen, und ihrHabt mich nicht gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habtmich nicht getränket. Ich bin ein Fremdling gewesen, und ihrhabt mich nicht beherbergt. Ich bin nackend gewesen, und ihrhabt mich nicht gekleidet. Ich bin krank und gefangen gewesen,und ihr habt mich nicht besucht. Vergebens ist es, daß wirantworten: O Herr, wann sahen wir dich hungrig, oder dürftig,«der fremd, oder krank, oder gefangen? Es antwortet derHerr: Wahrlich, ich sage euch, was ihr nicht gethan habt einemeurer geringsten Nebenmenschen, das habt ihr mir auch nichtgethan! (Matth. 35, 40 45.)

Du also, der du voll Neid und Mißgunst einem deiner Mit-erschaffenen gehässig bist, ihn verkleinerst, ihn verspottest, umfeine Ehre und seinen guten Namen zu beflecken: du bist es, derJesum verfolgt! Du, der voller Zorn um irgend einer vermein-ten oder wirklichen Beleidigung willen Rache athmet, Rache-will, nicht ruht, bis er seinem Gegner Uebels zugefügt hat: dubist es, der Jesum verfolgt. Du, der mit wucherischen Zinsendie Armuth drückt, fremdes Gut unterschlägt, unrechtmäßigesEigenthum hinterhält, Unwissende im Handel betrügt oder über-vortheilt, eines Andern Rechtsame heimlich oder öffentlich verletzt:Lu bist es, der Jesum verfolgt. Du, der das, was dir durchGottes Segen zu Theil ward, eigennützig und selbstsüchtig fürsich allein gebraucht, lieber seinen Ueberfluß an üppigen Tafeln,in köstlichen Kleidern, in kostspieligen Lustbarkeiten verschwendet,als an gemeinnützigen Unternehmungen zum Besten Anderer^Hum Wohl des Vaterlandes kräftigen Antheil zu nehmen: du bist