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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
238
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die er seinen Leib und das Glück seines Hauswesens und denFrieden seiner Seele vernichtet.

Der Einfluß unsers Körpers auf die Seele ist in dieser Welteben so groß, als der Einfluß der Seele auf den Körper. Daher,so lange wir in diesem Leibe wohnen, das heißt, so lange wirMenschen sind, haben wir gegen den unerlaubten Einfluß desKörpers, oder mit Versuchungen drr Sünde, zu kämpfen.

Aber in den Stunden der Versuchung erscheint das Christen-thum iin höchsten Glanze. Wo kein Anreiz zum Fehlen ist, daist auch keine Tugend. Oder wer wird den Dieb tugendhaftheißen, weil er nicht mehr stiehlt, während ihm dazu im Ge-fängnisse die Gelegenheit mangelt?

Die Stunde der Versuchung ist für den Christen und Weisendie Stunde des Triumphs seiner Religion und seiner Ueber-zeugung. Nie hat er anders Gelegenheit, sich so in seiner Größezu zeigen, nie einen Anlaß, zu erfahren, wie groß sein Muth,seine religiöse Kraft, seine Selbstständigkeit, seine Unabhängigkeitvon drr Welt sei.

Die Stunde der Versuchung ist für den Christen und Weisendie Stunde seiner Selbstverherrlichung, die Stunde seiner geistigenVerklärung und seines Gottesähnlichwerdens. Er fühlt seinbesseres für den Himmel gebornes Selbst; er bringt seinenheiligen Grundsätzen ein Opfer, das um so schöner ist, um sogrößere Mühe und Selbstüberwindung es ihn kostete.

Die Stunden der Versuchung sind jene, auf welche derChrist einst am Ende seiner Tage mit dem innigsten Entzückenzurucksieht; denn sie sind ja die treuesten Bürgen und Zeugenfür die wahre Reife seines Geistes zu einer bessernWelt, zu höhern Bestimmungen. Sie sind es, derenErinnerung ihn auf dem Sterbebette beseligt, daß er den Blickin die Ewigkeit richtet, und bei sich sprechen kann: Heil mir!auch ich habe einen guten Kampf gekämpfet!

Wie ein weiser Feldherr, der da ausgeht, um die Machtdes Feindes zu bestreiten, sich nicht in einen zweifelhaften Kampfcinläßt, sondern vor allen Dingen erst darauf denkt, den Feindgenau kennen zu lernen und seine Kräfte zu schwächen, damit