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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
235
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23Z

26.

Die Stunde der Versuchung

Luk. 4, 1 13.

O Vater, kindlich flehen wir.

Gib uns uns Schwachen, Stärke;

Lenk' unser Herz empor zu Dir,

Daß es auf Dich nur merke!

Wenn uns die Lust betrügt,

Uns Freude nur das Lasier lügt,Erleucht' uns Deine Wahrheit!

Nicht wahr isi, was die Sünde sprich!Sie fesselt Herz und Hände;

Was sie verheißt, das hält sie nicht,Verderben isi ihr Ende.

Die Lusi wird Pein, ihr Licht wird NmEntreiß durch Deiner Wahrheit Macht,O Vater, uns der Sünde!

ist Gott. Der Sterbliche, im Kampfe mit seinen Begierdenund Neigungen, ist täglich der Gefahr des Sündigens unter-worfen. Auch der vortrefflichste Mensch ist nicht ganz rein vonFehlern, oder heilig, sondern höchstens nur tugendhaft. Aberdahin geht unser Bestreben, heilig und vollkommen zu werden,wie unser Vater im Himmel vollkommen ist. (Matth. 5, 48.)

Das ganze menschliche Leben ist ein Kampf der Seele gegendas Unvollkommene, und je länger sie kämpft, je mehr gewinntsie an Kraft un-d Hoheit, je würdiger wird sie ihres Daseinsund der Unsterblichkeit eines schönem Lebens.

In uns Allen liegt der Reiz zur Sünde; er liegt inunserm Fleisch und Blut, er liegt in unserm Temperament, er. liegt in unfern sinnlichen Neigungen, er liegt in den Umständen,die uns umgeben. Aber auch in uns Allen liegt der Reiz zurHeiligkeit, zur Tugend; er liegt in unserer Vernunft, er liegtin unserer Erkenntniß des höchsten Wesens, und die Liebe Gottesist ausgegossen in unser Herz durch den heiligen Geist, welcheruns gegeben ist. (Röm. 5, 5.)

Aur Einer ist vollkommen, sündenrein oder heilig, und dies