lande. — Möge die furchtbaren Gräuel des Krieges das Hauptverantworten, welches sie anordnete und hervorrief; aber dasBlut der Gefallenen klebt nicht an der Hand dessen, der unter-tänig gegen Obrigkeit, Gesetz und Vaterland dem Rufe seinererhabenen Pflichten folgte.
Traurig genug, daß der Mensch durch den Drang feindseligerUmstände oft in die Lage geräth, Uebels zu verbreiten, wo er sichlieber seinem Hang zum Wohlthun überlassen möchte; trauriggenug, daß oft höhere Pflichten uns gebieten können, andere,geringere Pflichten unerfüllt zu lassen! — Aber so ist die un-begreifliche Weltordnung, und wir stehen in ihr, bald alsWerkzeuge des dunkeln Verhängnisses, bald als Schöpfer unserseigenen Wehes und Wohls.
Traurig genug, daß wir bei unfern Entschließungen imGewühle des häuslichen Lebens, oft so wenig das Wahre vomFalschen, das Richtige vom Unrichtigen zu unterscheiden ver-mögen ; — daß wir oft, während unser Herz nach Recht undGerechtigkeit dürstet, das Unrecht thun, aus Mangel bessererKenntniß! Aber so ist nun die unbegreifliche Weltordnung, undwir stehen in ihr, und Keiner weiß, wie oft er irre oder fehle.Aber — dies ist der Trost, den uns Jesu Wort gibt: nichtunsere Unwissenheit, nicht unsere menschliche Beschränktheit isteine Sünde, sondern die Sünde liegt in unserm Herzen, inunserm Willen.
Daher quäle dich nicht, meine Seele, mit vergeblichen undunverdienten Vorwürfen wegen des Uebels, was du, widerdeinen Willen, wider dein Wissen, aus Mangel des Wissens undder Einsicht verübt hast. Diese Arten von Fehlern liegen indeiner Natur, in deiner ursprünglichen Unvollkommenheit, inder Welteinrichtung Gottes selbst. Auch ein irdischer Vaterrechnet dem Kinde das Versehen nicht zu, welches von ihm ausMangel der Erfahrung und Kenntniß begangen wurde. —Quäle dich nicht mit ängstlichen Bildern und übertriebenen Vor-stellungen von deiner allzugroßen Sündhaftigkeit, — mit solchenVorwürfen machst du dich zu allem Guten verzagt, und ehrest