die Weisheit und Vaterliebe deines Gottes schlecht. Der All-wissende weiß, was du vermagst, und mehr fordert er nichtvon dir..
Wuchere nur mit dem Pfunde von Einsichten, die er dirverliehen. Bereue nur mit Demuth und Innigkeit diejeniaenFehltritte, welche du wissentlich begangen. Beweine nicht, wasdu nicht weißt, sondern das, wo du deinen Jesum in Wort undThat verläugnetest, während dein guter Engel dir zuflüsterte rSei Got getreu! Klage nicht über die Beschränktheit und Un-vollkommenheit der menschlichen Natur, denn Gott hat sie selbstalso nach seiner Weisheit geordnet; sondern klage über deinesHerzens Schwäche, und daß du nicht manche aufwallende Leiden-schaft, manche unreine Neigung in dir überwandest; denn Gottgab dir die nöthige Stärke und Willenskraft dazu, die du abernicht gebrauchen mochtest.
Oft kann es geschehen, daß wir selbst im Zweifel über denWerth unserer Handlungen sind; daß wir nicht wissen, ob wir,wo sich verschiedene Pflichten in uns zu bekämpfen schienen, auchdas beste Theil erwählt haben. In diesem Falle haben wir unSzu prüfen: ob wir die größere und heiligere mit Ueberzeugungvorzogen; ob wir nicht anders als in her festen Absicht handel-ten, das Wahre, Gute und Rechtschaffene zu thun. Mag danndie Handlung gewesen sein, wie sie wolle — Gott, der Gerechte,weiß sie besser zu würdigen, als wir selbst. Mag dann unsereHandlung Folgen haben, welche sie wolle — Gott herrscht überdie Folgen, und sie sind nicht in des Menschen Gewalt. —Mancher hat mit rechtschaffenem Sinn das Gute begehrt, aberer sah Böses hervorgehen und Unkraut, wo er edle Saat gestreutzu haben wähnte. Mancher wollte Böses thun, aber was erAndern Uebels zu stiften gedachte, veränderte sich ihnen durchGottes Schickung in Heil und Segen.
Wenn du aber wahrnimmst, daß du aus Jrrthum undUnwissenheit ein Unrecht begingst; wenn du wahrnimmst, daß duaus Uebereilung, oder durch den Drang von mancherlei Anlassenein Unheil angerichtet habest: daun eile, den Jrrthum zu bericht