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25.
Sünde und Unwissenheit.
- Luk. 23/ 34.
Hätte nicht/ o Gott/ Dein Sohn,
Unsrer Schwachheit Trost gegeben,
Hätt' er zu der Gnade ThronNicht gelehrt uns zu erheben:
Wir versänken in der NachtUnsrer Schui» vor Deiner Macht! '
Aber Jesus kam herab.
Der, ein milder Arzt, uns KrankenSeines Trostes Balsam gab.
Eh' wir angstvoll nicdersankeirWen die Reue niederdrückt/
Wird gewiß durch ihn erquickt.
^st quält geheime Unruhe mein Herz. Ich verzage in bangenZweifeln an meiner Seele Heil. Ich sehe nichts Gutes an mir.Meine Sünden erscheinen mir zahllos, wie der Sand am Meer.Denn was ich Gutes zu thun glaubte, cs ist zu wenig! — Ach,und oft, wo ich meinte meine Pflicht zu thun, stiftete ich Uebles.Ich habe oft schwach gehandelt, wo ich recht gethan zu habenglaubte. Oft ängstigten mich Sorgen, ob ich nicht eben dannvielleicht Gottes Mißfallen erweckte, wo ich nicht zu fehlen ver-muthete. Oft verleitete mich der Ungestüm meiner Empfindungenzu allzuraschen Schritten; oft zwang mich Ehrgefühl, härterzu handeln, als ich vielleicht sollte; oft treiben mich häuslicheUmstände, Familien- und Geschäfts-Verhältnisse zu Thaten,die ich wohl hätte meiden können.
Und wenn ich so auf mein ganzes Leben zurückschaue, wieviel mag ich gesündigt haben, das nur Gott weiß! Wie vielemeiner Sünden habe ich schon vergessen, weil mein Gedächtniszu klein ward, ihre Menge zu bewahren! Aber sind sie auchvergessen von dem Ewigen? Sind sie auch vergessen in demBuche der Vergeltung? — Wie würde ich erschrecken, wennein Tag erschiene und alle meine unreinen Gedanken, meineunlautern Begierden, meine schlechten Worte, meine schlechten