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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
225
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Die feierliche Andacht im Tempel versammelt die Genossin^des Festes vor Gott. Da stehen sie mit dem Gefühl: Wir sin!»Alle des ewigen Vaters Kinder; alle Brüder, die für einanderleben und-sterben sollen! Schon dieser Gedanke vereinigt dieGetrennten, gibt Vertrauen unter den Unbekannten, flößtfreundschaftliche Gesinnungen auch gegen den Gleichgültigen ein»Die Gemeinde der Christen und Bürger nährt in sich nur eineeinzige große Familie, welche bestimmt ist, gemeinschaftlich dcSLebens Wohl und Weh zu tragen. Der Niedrige ist für denHohen, der Reiche für den Armen vorhanden. Einer ward undbleibt dem Andern unentbehrlich; Einer führt den Andern zurFreude; Einer begleitet den Andern früher oder spater zumGrabe; Erinnerungen wie diese, schließen die Herzen engerzusammen, machen ihnen die Feier des Tages werthcr, herzlicher,heiliger. Das vermag kein anderes Mittel, kein Geräusch, keinPomp, kein todter Glanz. Du nur, Religion meines Jesu,Beseligerin des Menschengeschlechts, du nur vermagst es durchsDen stillen, wunderbaren Zauber, welchen du über alle HerzenMst, die nicht schon ganz den Gefühlen des Menschlichen ver-schlossen sind. Durch dich wird der Staubgeborne, er weine imSchmerz oder lächle in der Lust, seiner Schöpfung würdig, undverjüngt er sich zum Ebenbiloe Gottes. Du ziehst den Himmelzur Erde nieder, und verklärst, was irdisch ist, durch das Gött-liche, wie die Begeisterung einer schönen Seele ihren Leib verklärt.

Darum, Jünger, Jünzerinnen des Heilandes, des Gött-lichen, weihet die schönern Tage des Lebens durch Andacht undAnbetung ein, und heiliget die Wonne, welche ihr genießet, nutDer Herrlichkeit eucrs Glaubens. Und also dienet dem Herrnmit Freuden, kommet vor sein Angesicht mit Frohlocken. Gehetzu seinen Thoren ein mit Danken, zu seinen Vorhöfen mitLoben. Danket ihm, lobet seinen Namen. Denn der Herr istfreundlich, und seine Gnade währet ewiglich, und seine Wahr-heit für und für. Amen.