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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
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Thaten, meine Jrrthümer alle aufständen aus dem Grabe derVergessenheit! Wie würde ich schaudern, wenn sie mir alle vor-gezählt würden, die ich längst in die ewige Vergessenheit verhülltglaubte, an die kein Lebender auf Erden mehr dachte, von denenkein Sterblicher wußte, und deren Andenken uns selbst schonverloren gegangen war! Ach! was die Menschenkinder schonvergessen haben, ist es auch droben vergessen? Was sie mir nichtmehr zur Schuld anrechnen, ist es auch im ewigen Schuldbuchverloscht?

Wenn ich so in der Einsamkeit denke und verzage, dannVerliere ich den Glauben an mich selbst. Dann habe ich keinenMuth, und selbst mein größtes Vertrauen zu dem allbarmherzigenGott will von mir weichen und der schrecklichen Furcht vor demRichter Matz machen.

Dann fühle ich, dann verstehe ich ganz Davids Worte,wie er sie in den Stunden der Schwermuth betete; dann hebeich, wie er, die Hände zum Weltrichter empor und seufze: Gehenicht in's Gericht mit deinem Knechte; denn vorDir ist kein Lebendiger gerecht! (Pf. 143, 4.)

Solche Stunden sind die bittersten des Lebens. Denn waskann bitterer sein, als der Gedanke an seine eigene gänzlicheVerworfenheit, als das Verzweifeln an sich selbst? Was kannbitterer sein, als die entsetzliche Sorge: Du bist der GnadeGottes unwerch! Dir kann der Richter nicht verzeihen!

Aber wenn der Kummer des Herzens am höchsten gestiegenist, dann ermannt sich das Gemüth durch die Kraft der Religion«nd des Glaubens am stärksten! Ich habe gefehlt, oft gefehlt;«ber Gott kennt mein Herz, kennt meinen Schmerz um dieseirdische Unvollkommenheit. Ich habe gefehlt; aber der Menschist im ewigen Schwanken zwischen Tugend und Sünde, zwi-schen Ewigkeit und Zeit, denn er ist kein Gott sondernMensch! Ich habe gefehlt; aber mein Gott ist mein Vater!Ach, er kennt besser, als ich, meine Schwächen, mein Un-vermögen, meine Beschränktheit. Wie sollte er mich darumverstoßen können von seinem Angesicht, weil ich hienieden, vowUnvollkommenheiten umgeben, nicht so vollkommen und heilig