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»n der Mitte der Glücklichen und mehrte ihre Freuden. Dieheilige Schrift ermahnt uns, mit den Fröhlichen des kurzenDaseins froh zu werden. Aber Weisheit gebietet, daß wir,als höhere Wesen, die Freude beherrschen, nicht daß sie unsbeherrschen soll; gebietet, mit Besonnenheit, selbst im Gewühlder Lust, unser mächtig zu bleiben, auf daß die Wonne nichtzum Quell langer Schmerzen, fruchtloser Reue entarte.
Nirgends so sehr, als bei festlichen Anlässen und öffentlichen,gemeinschaftlichen Ergötzungen, ist der Mensch und seine Tugendin Gefahr. Leicht betäubt auch selbst den erfahrnern Mann dasVergnügen, und die Gewalt des allgemeinen Beispiels reißt ihnmit sich dahin. Bald ist die zarte Grenzlinie des Anständigen,bald dann cmch die des Pflichtmäßigen überschritten. Die be-rauschten Sinne überlärmen das edlere Gefühl; die Leidenschaf-ten leben allein; der unschuldige Scherz geht in fehlerhaftenMuthwillen, der Muthwille bald in Ausgelassenheit, die Aus-gelassenheit in sinnlose Ausschweifungen, und diese oft — inVerbrechen über.
Wie mancher Festtag war schon der Todestag einer Unschuld lWie mancher Festtag schon der letzte Tag einer alten Freund-schaft, oder eines guten Namens, oder einer blühenden Gesund-heit, oder eines reinen Gewissens!
Darum eröffne Religion und ihre ernste Feierlichkeit denTag des Festes! Sie erscheine jedesmal als ein liebender, war-nender Engel, daß sie die Freude der Glücklichen mäßige unddie Vergiftung des Wonnekelches abwchre!
Religiöse Feierlichkeiten vereinigen die Herzenzu herrlicherm Genüsse eines Festes. Ohne Liebe istkeine wahre Freude. Fremdlinge können zusammentreten undsich berauschen; aber Freunde genießen im gemeinschaftlichenGlück ein zarteres Vergnügen. Sie schließen einander fester andie Brust, und im heitern Gespräche gedenken sie der Tage derSchrecken und Kümmernisse gern, in denen sie auch einst treulichverbunden den Kampf bestanden; gedenken der schwarzen Stun-den, die noch kommen mögen, und ihre Liebe schwört, sich auchdann nicht zu verlassen.