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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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der müde Mensch, scheidet von seiner abgeworfenen Hülle,schwebt in daS Geheimniß des neuen Lebens hinüber.

Wenn wir nun nicht läugnen dürfen, daß ohne Religionunser Leben ein bedeutungsloses thicrisches Athmen wäre; wennwir bekennen müssen, daß jene heiligen Feierlichkeiten bei dennichtigsten Anlässen unsers Lebens unser Gemüth oft tief rühr-ten, höhere Gesinnungen wach riefen, und dem, was mit unSVorging, Würde und bleibendes Gedächtniß gaben: so werdenwir auch gern erkennen, daß große Ereignisse in unserm häus-lichen Leben, Bürgerfeste, selbst Tage allgemeiner öffentlicherFreude, nicht würdiger beginnen können, als wenn sie mit demErnst des Gottesdienstes angehoben werden.

Religiöse Feierlichkeiten geben jedem Feste erstseine wahre Weihe und Bedeutsamkeit. Es ist einelender Freudentag, da man für den Genuß der Sinne sorgtrmd das Gemüth ohne Nahrung läßt. So hat auch das Thierseinen Sabbath eben so oft, als es seinen Hunger stillt. Aberindem sich gleichsam der Schimmer des Göttlichen über die ganzeFreude des Tages verbreitet, leben wir ein höheres Leben anHm. Es wird der Seele gegenwärtiger, was der Zweck desFestes sei, und er kann dem Auge nie verschwinden. Es sollein Tag der Freude sein, aber dem hohen Geber der Lust wardVon dankbarem Herzen das erste Opfer der Erkenntlichkeit dar-gcbracht. Und indem der andachtvolle Geist vom Throne desHöchsten, des Schöpfers aller Seligkeit, zur Erde zurückkehrt,bringt er gleichsam etwas Himmlisches in die Lust, welche seinenSinnen bereitet wird. Aller Anfang mit Gott, so wird auch,was von Staub entspringt, geheiligt.

Religiöse Fei erlichkeiten stimmen das Gemüth,jedes Fest in seiner Würde zu begehen. Sic erwecken,ehe man sich dem Strom der Freude überläßt, zum stillen Ernst,zur ruhigen Ueberlegung dessen, was geschehen soll. Sie ent-binden in uns heilige Entschließungen, daß wir uns Gottes unddes Tages, den er verlieh, nicht durch Selbstvergessung undUebermaß im Guten unwürdig machen. Die Religion Jesuist keine Störerin menschlichen Frohsinns. Christus selbst war