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einigen, so sind auch die übrigen nur verstümmelt vorhanden.Es ist genug, uns von dieser Wahrheit zu überzeugen, daßwir auf die Stärke der Gemüthseigenschasten recht scharf da-beobachtende Auge wenden, welche uns am löblichsten zu seinscheinen. Du hassest die Lüge, du ehrst die Wahrheit überAlles — es ist rühmlich! Aber wenn du um die Hochachtungeiner dir theuern Person wirbst, und du deinen Ehrgeiz mitDemuth vermäntelst, dein aufbrausendes Wesen hinter einersanften Stimme verbirgst, bisher gewohnte schlechte Gesellschaftenverlassest, ohne doch die Sehnsucht darnach zu verlieren ; wenndu, um zu gefallen, dich bemühst, besser zu scheinen, als du inder That noch bist: darfst du sagen, daß dir die Lüge ein Abscheusei? — Man hält dich allgemein für sehr weichmüthig, fürsehr menschenfreundlich. Du glaubst es selber, daß du es seiest.Du könntest unmöglich Jemanden vorsätzlich Unrecht thun, nochweniger ihn in ein Unglück oder auch nur in eine Verlegenheitstürzen. Es ist sehr rühmlich von dir. Doch wenn du nebenbeiüber irgend eine Lieblingsneigung, über das Wohlgefallen an derJagd, über die Unterhaltung am Spieltisch, über den Besuchvon Bällen und andern Lustbarkeiten, einen kostbaren Theil derLebenszeit verschwendest, wo du, o Menschenfreund, deinenMitmenschen etwas Nützlicheres leisten könntest; oder wenn dudarüber die Pflichten gegen dein Amt, Gewerb und Haus mehroder weniger versäumst, daß damit auch andere Personen zu kurzkommen; wenn du, o Menschenfreund, in kleinen Summen,die am Ende des Jahres bedeutend sind, ein Beträchtliches fürüberflüssige Dinge, für Hunde, Pferde, Modewaaren, Lecker,bissen oder andere entbehrliche Ergötzungsarten hingibst, währendnoch mancher Haushaltung in deiner Stadt, in deinem Dorfezu helfen wäre, der es nicht an Fleiß und Willen, nur an einigenVorschüssen fehlt, um sich wieder aus dem Mangel hcraufzu-
arbeiten: bist du da in der That ein Menschenfreund?-
Nein, nein, es ist keine Tugend völlig, sie blühe denn innigund fest verbunden im Kranze aller übrigen!
Dieser Blick in mein Inneres ist sehr trostlos. Doch willich ihn nicht zurückziehen, denn er ist belehrend. Es ist gut,
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