üchen Ungestüm, ein edles Feuer, das man nicht auslöschcn soll.
Er begeht in der Hitze vielleicht manches Unrecht. Doch manfindet es sehr verzeihlich. Es ist ja nur in der Hitze begangen.
Er wird sich, wenn er in das Leben hinaustritt, schön mäßigenlernen, Erfahrung wird ihn schon abkühlen. — Aber wie würdeeuch werden, wenn ein Seher der Zukunft an eurer Seite ständeund spräche: Wohl wird seine unmäßige Hitze sich erkühlen, abererst auf dem Blutgerüste! Er wird seinen eigenen Bruder ein- >mal ersästagen!
Wie unschuldig ist doch, das Vergnügen eurer Tochter amLesen gefühlvoller Dichter, rührender Schauspiele, empfindsamerRomane! Es geschieht ja nur in Nebenstunden. Man kann essogar rühmlich finden, daß sie ihren Geschmack verfeinert, ihreEmpfindungen veredelt. Zwar möchte ein Freund euch warnen,ihre Einbildungskraft sei ohnedem schon lebhaft, ihr Gefühlreizbar genug. Aber ihr hoffet, sie sei viel zu vernünftig, sichvon der Uebermacht der Gefühle beherrschen zu lasseng sie habefeste Grundsätze. Inzwischen macht das gereizte Gefühl Neigunggen wach, die sie euch und sich selbst verbirgt. Es begegnet ihrein entsprechender Gegenstand. Sie liebt, und glaubt rein wieein Engel zu lieben. Ihr bewundert ihre schöne Seele, ihreEmpfindsamkeit, die bei den Leiden eines Würmchens trauernkönnte. — Aber stände ein Seher der Zukunft an eurer Seite,wie würde euch werden, wenn er spräche: Und sic wird alsKindesmörderin enden!
Ihr preiset den lernbegierigen Knaben. Er hat Ehrgefühl,darum unterläßt er Manches, was Andere seines Alters Nichts-würdiges treiben, weil sie sich aus Schande oder Bestrafungnicht viel machen. Zwar man könnte sagen: dieser Knabe thutdas Bessere, nicht weil er einsieht, es sei besser, sondern weiler einsieht, es bringe Ruhm; und er halte nur das für gut,was Ehre cinbringt, das Uebrige für gleichgülrig. Ihr gestehetselbst, er gehe manchmal in seiner Ehrbegier zu weit. Allein,wie verzeihlich ist das! Ehre ist der kräftigste Sporn zu allemGroßen. Wer davon getrieben wird, vergißt sich nicht lercht.Das Gute davon wird immer das Schlechte überwiegen. Ihr