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sollst. Es kommt darauf an, was du sein willst, ob ein höheresoder niederes Geschöpf Gottes; ob vollendeter zu deinen wahrenüberirdischen Bestimmungen, oder unvollkommener und nochweit zurück vom Ziel. Es kommt darauf an, ob du glaubst, duseiest eigentlich Geist, oder nur überall Leib und Thier von etwasvorzüglicherer Gattung.
Ohne einen Unsinn auszusprechen, den dein Innerstes so?gleich verwirft, ist deine Antwort bald entschieden. Aber eben sobald ist auch entschieden, daß Vergehungen geringer Art nicht mehrgleichgültige Dinge sind; daß jeder Fehltritt, ohne Ausnahme,eine Verirrung vom Wege des Glücks und der Vollendung sei;daß keine Sünde, welchen zufälligen Namen ihr die Menschenauch geben mögen, entschuldigt werden könne. Ja, du wirstzugleich eingestehen, wenn du nur einen leichten Blick in die Be?schaffenheit der menschlichen Natur geworfen, oder jemals miteiniger Aufmerksamkeit die Geschichte unglücklich gewordener Per-sonen hörtest: daß wer sich ohne Bedenken einen Fehler erlaubenund zu gut halten kann, zu den schwärzesten Verbrechen Anlagenhat. Denn eine Sünde ist die Mutter der andern. Darum sagtdie heilige Schrift: Ein jeglicher wird versucht, wenn er vonseiner eigenen Lust gereizt und gelockt wird. Darnach, wenn dieLust empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wennsie vollendet ist, gebiert sie den Tod. (Jak. 1, 14. 15.)
Wie ein Krebsschaden am Leibe zuerst ein kleiner, kaumbemerkbarer Punkt im Fleisch ist, der sich, weil man seiner zuwenig achtet, unmerklich erweitert, dann, je mehr er wächst,um so stärker er um sich frißt, endlich grausenhaft ganze Glied-maßen zerstört, bis er die edlern Theile des Körpers ergreift,sie auflöset, und über das Ganze den Tod bringt: so die Sünde.Ihr erstes Erscheinen ist immer unscheinbar: Eine Kleinigkeit,die man wohl übersehen zu können glaubt, eine Neigung, diegar nicht gefährlich zu werden droht. Erst wenn sie wirklich zudrohen anfängt, wird man aufmerksamer; aber gewöhnlich istder geistige Schaden dann schon unheilbar.
Wer sieht nicht dem Jünglinge nach, wenn er vielleicht zuempfindlich, allzuleicht aufbrausend ist?— Man nennt es juzendr