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immer engern und enger» Kreisen; zuletzt, wie ergriffen, stürztsie verloren in die verzehrende Flamme. Wer sich freiwillig einerGefahr der Sünde hinstellt, hat schon Begierde, mit ihr zuunterhandeln. Haßte er das Verbrechen mit Ernst, er würdedessen Nähe auch mit Ernst meiden, und schon die Möglichkeitdes Ausschlüpfens 'scheuen. Lust an einem Genüsse, den dasVerbotene aus der Ferne zeigt, ist schon Lust zur Sünde selbst;nur gestehen sich die Sterblichen selten die Wahrheit früher, bissic das Schreckliche nicht mehr läugnen können, was sie vorherfür unmöglich gehalten hatten. — Darum, wer sich laßt dünken,er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle!
Auch der entsetzlichste Verbrecher war ehemals unschuldig.Er begann sei ie schauderhafte Laufbahn nicht mit Gräuelthaten,vor denen sich das menschliche Gefühl empört, sondern mithalb unschuldigen Scherzen, mit flüchtigen Gedanken, vor derenUngerechtigkeit er selbst noch erröthete. Doch lockte ihn Wohl-gefallen am Genüsse, den das Unrecht gewährte; sein erstes Ver-brechen war, sich das Kleinste zu verzeihen, waS tadelnswerthschien. Damit ward er vollendeter Sünder. Wer den erstenfalschen Schritt entschuldigen kann, wird auch eine Rechtfertigungfür den zweiten erfinden; der dritte scheint ihm schon ungefährlich,der vierte sogar rühmlich — dann wird jeder andere nothwcndig,unaufhaltsam, bis hinab in die Tiefe des Elendes. Wer deseinzelnen leichten Staubes nicht achtet, der sein Gewand über-fliegt — und wie unbedeutend ist doch jedes Stäubchen ansich! — wird zuletzt vom Unflath bedeckt.
Es ist gefahrvoll, mit der Sünde zu tändeln. O ich fühlees, Gott, Du Allerheiligster, ich fühle es; und doch, wieoft — Du Allwissender weißt es — wie oft vergaß ich mich selbst,und gab mich in die Versuchung hin! Nicht Du führst in dieVersuchung zum Bösen, sondern der Mensch sich selber, wenn ervon seiner eigenen Lust gereizt und gelockt wird. — Und ich wardDeiner, ward meines Jesu, ward meiner selbst unwürdig!
Olein, nein, es ist keine Sünde gering, kein Unrecht ver-zeihlich. Auch der kleinste Flecken entehrt die Unschuld. O, daßich es immer bedächte! daß ich imch nicht zu stark und sicher