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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
177
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was sie thun? Was die Alten belustigt, wird bald der KleinenErnst. Wenn man die Eitelkeit der Unmündigen belächelt,wie sie sich schmücken und zieren, oder ihre Gestalt im Spiegelbewundern, oder mit Stolz auf schlechter gekleidete Alters-genossen Hinblicken das Gefühl sagt Jedem, dies Belächelnsei nicht recht. Wer sich es verzeiht, säet in das empfänglicheHerz der Unmündigen den Samen der Hoffart. Es scheint soverzeihlich, die Lüge eines Kindes, womit cs sich aus Verlegen-heiten zog, zum Gegenstand des Scherzes zu machen, obgleichdas innere Gefühl spricht: Unrecht billigen ist selbst ein Unrecht.Aber euer Scherz wird zum Tode der Unschuld; ihr heget undpfleget ein aufkeimendes Laster.

Es ist gefahrvoll, mit der Sünde zu tändeln. Denn schwerist jederzeit die Grenzlinie des Erlaubten und Un-erlaubten zu beobachten. Ein an sich unschuldvolles Ver-gnügen kann schon dadurch entarten, daß es uns durch öftereWiederholung zum unentbehrlichen Bedürfnisse, dadurch zurGewohnheit, endlich zur Leidenschaft wird, wogegen zuletzt alleGründe der Vernunft nichts vermögen. Zwar lange täuscht sichder Mensch, auch wenn schon der innere Wächter ruft: in diesemVergnügen lauert die Gefahr! Zwar lange tröstet er sich damit:aber es ist doch an sich unschuldvoll; und im Fall der Noch könnteich ihm immer entsagen. Er tröstet sich, er tändelt mit seinemVerderben, bis es zu spät ist, und die Gewalt der erwachsenenLeidenschaft entweder die Heiterkeit des Gemüths oder die Ge-sundheit des Leibes vernichtet. Dünke sich Niemand so stark,jeglicher Versuchung Trotz bieten zu können. Es schlägt für jedenSterblichen eine verrätherische Stunde. Wer sich läßt dünken,rr stehe, mag wohl sehen, daß er nicht falle!

Darin liegt das Gefährliche, mit dem Unerlaubten zu tän-deln, daß wir schon Neigung zum Verbrechen tief inuns tragen, sobald wir Gefallen daran finden,uns dem Unerlaubten zu nähern. Die Sünde ist viel-leicht noch nicht vollbracht wir verabscheuen sie noch wäh-rend sie uns schon mit weichem, unsichtbarem Garn umsponnenhat. Die spielende Mücke gaukelt um das brennende Licht in