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nnser inneres Gefühl sagt, sie sei unrecht, ist nicht mehr umwichtig. — Das Verbotene, das wir thun, sei es auch nochso geringfügig, ist verboten; der Fehler, den wir uns leicht-fertig verzeihen, sei er auch noch so unbedeutend, er ist immersin Fehler!
Besonders müssen wir auf unserer Hut sein, daß wir nichtsas nur für eine kleine Sünde halten, was nur kleine oder garkeine Folgen hat. — Das Sündigen liegt nicht in der Thatsüßer uns, die wir begehen: sondern in dem Sinne, mit wel-chem wir handeln. Die Grösse unserer Schuld liegt nicht in derGröße und Abscheulichkeit des äußern Verbrechens, welches derweltliche Richter beurtheilen kann, sondern in der Strafbarkeitunserer Gesinnungen dabei. Es hat schon Vatermörder gegeben,welche aus Unvorsichtigkeit das Leben dessen verkürzten, dem sicsas ihrige zu danken hatten; aber Andere, die ihren Aelternboöh asterweise im Herzen Böses wünschen, sind sie nicht abscheu-licher, als jene unvorsichtigen Mörder? — Eine entehrte Jung-frau ist der Gegenstand allgemeinen Mitleivens oder allgemeinerVerachtung; aber wie Viele sind, die sich der strengsten äußernZucht befleißigen, und mit ihren Gedanken größere Schandetreiben, als die Entehrte! — Nicht was wir thun, ist Sünde,sondern wie wir es thun. Dieses richtet Gott; jenes könnenMenschen richten. — Ein unreiner Wunsch, ein stiller Fluch,ein verhehlter Neid, obgleich ohne äußere Folgen, kann so grc>eSünde sein, als das äußerlich vollzogene Verbrechen.
Es ist gefahrvoll, mit der Sünde zu tändeln, auch wennLas Unrecht, dessen wir uns schuldig machen, nochso unbedeutend wäre in seinen ersten Folgen. ZuAllem ist immer das Samenkorn klein. Aber sei die SaatDes Giftkrautes klein, wie ein Sonnenstäubchen, es wird,Lusgestreut, Wurzel fassen, keimen, aufwachsen und verderb-lich wuchern. Selbst harmlose Scherze, von denen unser Ge-wissen sagt, es liege in ihnen etwas, das nicht zu billigen sei,sollen wir meiden — sie drohen Gefahr. Wie oft geschieht esZum Beispiel, daß man sich an jungen Kindern belustigt, wennAe die Unarten der Erwachsenen nachahmen, ohne zu wissen,