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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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man liebt wohl das nicht gar innig, dessen man sich so leichtschämt! Wem es rühmlich dünkt, verdorbenen Menschen zugleichen, wenn auch nur für Augenblicke, ist wohl nicht mehrso weit von ihrer Verdorbenheit entfernt, als er selbst glaubt.Eine Tugend ohne Begeisterung und Mukh ist durch Feigheitihrem Untergange nahe.

Cs heißt mit der Sünde tändeln, wenn man sich ver-zeiht, zu irgend einer guten Absicht unerlaubte'Mittel zu gebrauchen. Wer den Reichen betrügt, um demArmen wohlzuthun; wer zur Empörung ermahnt, um ungerechteObrigkeiten zu strafen; wer fremdes Gut veruntreut, um seineund seiner Familie Ehre aufrecht zu erhalten: ist der zu entschul-digen vor Menschen und Gott? Seit wann läßt sich mit denWerken der Hölle die Seligkeit des guten Gewissens verdienen?Seit wann führt die Straße des Verbrechens zum Himmel?Und doch ist es in unzähligen Fällen des gewöhnlichen Lebensnichts Seltenes, daß der Mensch in der Wahl seiner Mittel sehrleichtsinnig sein kann, wenn er sich nur mit irgend einem löblichenZweck zu entschuldigen weiß. Irret euch nicht, Gott läßt sichnicht spotten.

Aber wie sollte ich hier alle Anlässe nennen, wo der Sterb-liche auch nur in Kleinigkeiten frech mit der Sünde tändelt, worr zwar ihre Lust genießen will, und sie selbst doch zu vermeidenhofft! Irret euch nicht! Ihr wähnet mit der Hölle zu tändeln,und sie tändelt mit euch! Beruhige sich doch Keiner mit demGlauben: Ich weiß, was ich thue, und lasse mich nie zu weitVerleiten. Mein Scherz wird nie Ernst; ich stehe durch meineGrundsätze sicher, und begebe ich mich schon selbst in einige Ver-schuldung meine Besonnenheit wird mich allezeit vor demSchlimmsten bewahren!

Wer sich läßt dünken, er stehe, mag wohl Zu-sehen, daß er nicht falle!" ruft die Stimme der heiligenSchrift. (1. Kor. 10, 12.) Es ist die weiseste Lebensregel fürJeden, dem ein eigener, unentweihter Werth das heiligste Gut ist.

Zwar oft kann die Handlung, welche nur an Unrechtgrenzt, sehr unwichtig sein; aber die Handlung, von welcher