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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
173
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rmS und Andere verknüpft ist? Nein, die Tugend ist Tugend,auch wenn sie uns Verfolgung zuzieht; das Laster ist ver-fluchungswürdig, auch mit Krone und Purpur angethan, unvTonnen Goldes bietend.

Und wer ist dir Bürge, daß dieses Unrecht, welches du dirgestattest, ohne böse Folgen bleiben werde? Durchdringt deinGeist die unermeßlichen Verbindungen der Zukunft mit demjetzigen Augenblick? Siehst du in der Menschen Brust, was einefalsche That, ein falsches Wort, ein bloßer Wink in ihnen auf-regt? Wie kann aus Bösem Gutes erblühen? Seit wanntragen Dornen und Disteln süße Früchte?

Was an sich Unrecht ist, kann nie, es sei groß oder klein,Segen bringen; und die Lust, welche aus der Sünde entspringt,sic scheine noch so verzeihlich, verwandelt sich früh oder spät inFluch über dir. Es ist gefährlich, mit der Sünde zu scherzen;es ist gefährlich, mit der Sünde tändeln!

Wehe! und wie oft tändeln wir mit der Sünde leichtsinnig,arglos spielen am Rande eines verderbenvollen Abgrundes,gleich Kindern, die sich einer Blume willen des Lebens entschlagen!

Es heißt mit der Sünde tändeln, wenn mansie zwar meiden, aber doch die Luft genießen will,die aus dem Verbotenen oft zu quellen pflegt. Duverachtest den Trunkenbold, und fleuchst sein Laster; aber untervertrauten Freunden zuweilen einen fröhlichen Tag zu leben,deine Sinne mit geistigen Getränken zu betäuben, und einerausgelassenen Freude anzugehören, nennst du nicht gefährlich.Und wenn dein Bewußtsein im Rausche halb verloren war, bistLu dann deiner Zunge immer mächtig gewesen? hattest du nach-her nie Ursache, vor dir und den Deinigen zu erröthen? Duverabscheust den Ehebrecher, den Wollüstling. Deine Seele istrein von Unzucht. Aber es dünkt dich ohne Gefahr, vertrauteFreundschaft mit einer Person andern Geschlechts zu schließen.Schön dünkt dich ein Bündm'ß der Seelen, auf welches niedrigeTriebe keinen Einfluß haben. Du willst die Wonne zärtlicherFreundschaft, nicht ihre Entehrung. Wie lange aber werdendeine Verhältnisse tadellos sein? Welche Begierden, welche Hoff-