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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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verurtheilen; will mich nicht daran weiden, ihn im Schatten zusehen, um meine Vollkommenheit daneben desto prangenderscheinen zu lassen; will nicht mir selbst sagen: so tief kann ichnie fallen, hätte ich nie fallen können. Solcher Hochmuth desHerzens, solche Sicherheit ist die erste Stufe zum Sturz. Du, oGottessohn, lehrtest mich wachen und beten, daß ich die Ver-suchungen zur Sünde vermeide so will ich denn über meinHerz, über alle meine Urtheile wachen, damit ich jederzeit mithöherer Freude beten könne: Und vergib uns unsere Schuld,wie wir vergeben unfern Schuldiger«! Amen.

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Milder Sünde tändeln.

i. Kor. io, 12.

Die Sünde herrscht, um Alles zu zerrütten;

Erschüttert Thronen, und verwüstet Hütten;

Trübt jedes Segens Quell; bringt allen TagenVerjüngte Plagen!

Darum zieh« Weh und Elend auf -er Erde;

Oft winken sie mit lüchelnder Gcberde;

Doch immer führen uns der Thorhcit Scherz«

Zu bitterm Schmerze.

Es ist freilich wohl nicht ganz recht; es sollte nicht sein; aberdoch bringt es weder mir noch Andern Schaden; warum sollteich mir die kleine Lust versagen?"

So denkt man oft im Leben, wenn man sich von diesemoder jenem Gelüste angezogen fühlt, und doch zugleich empfindet,es sei darin etwas Anstößiges und Beleidigendes für ein zartesGewissen. Man möchte zwar nicht Sünder sein, aber doch dieLust genießen, welche nicht selten der Genuß verbotener Früchtegewährt. Man glaubt sich mit seinem Gewissen schon verstän-digen zu können, wenn man sich überzeugt, daß der Schade,welcher aus einer unerlaubten Handlung allenfalls entspringendürfte, höchst unbedeutend sei.

Es gibt ihrer Viele, die, wenn sie einen Reichen in Kleinig-keiten übervortheilcn können, es ohne Bedenken thun zu dürfen