Druckschrift 
2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
161
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Doch alle Erleuchtung und Aufklärung des Verstandes istunnütz und verloren, wenn sie nicht erhabene Gesinnungen,tugendhafte Handlungen zur Folge hat. Wozu endlich alle Weis-heit der Welt, wenn sie nicht so weise macht, unabhängig vonirdischen Zufällen, dauerhaft glücklich zu sein? Wozu endlichalles Licht, wenn es nicht durch die Dunkelheiten des Lebens zurEwigkeit vorleuchtet? Wandelt wie die Kinder desLichts! ruft Paulus, der weise Apostel, und prüfet, wasda sei wohlgefällig dem Herrn. Die Frucht des Geistesaber ist allerlei Gütigkeit und Gerechtigkeit undWahrheit! (Ephef. 5, 9. 10.)

Reine Sittlichkeit, ächte, thätige Religiosität, wahrer, menschen-freundlicher Christussinn dies sind die Zeichen, woran wir diewahre Aufklärung erkennen, die uns erheben soll. Und wemdiese Zeichen fehlen, der rühme sich nicht, veredelten Geisteszu sein.

Der hat die Wahrheit gefunden und ergriffen, welcher injedem Menschen seinen Bruder ehrt wohlthut, wo er kannzufrieden ist mit jedem Stande und Beruf, und durch eigeneVortrefflichkeit denselben ehrenwerth macht ergeben und ver-trauensvoll in Gottes Vorsehung vor keiner Zukunft zittert>in der Gegenwart immer der Beste und Fehlerloseste ist, der erwerden kann den Willen hat zu allem Großen und Guten,und seine Kraft dazu nie für allzrrgering achtet sein häus-liches Glück als ein Kleinod hütet, höher aber das Vollkommen-werden seines Geistes achtet, am höchsten aber sein reines Herzund die stiebe des ewigen Vaters.

Nicht die Deine Werke erkennen, o Gott, nicht die DeinenWillen wissen, o Vater im Himmel, sind die Erben ewigerSeligkeit: sondern die Deinen Willen thun. An ihren Früch-ten, an ihren Werken sollet ihr sie erkennen, lehrt mein HeilandJesus.

So sei denn auch mein fleißiges Streben nach Licht, nachWahrheit und Aufklärung aber das letzte Ziel derselben seihöhere Frömmigkeit in Gesinnungen und im Wandel.