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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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lichkeit. Dies überzeugt uns, daß ein edles Gemüth von großenoder geringen Geistesgaben gleich unabhängig sein könne.

Es ist unter vielen Menschen heutiges Tages zum üblichenTone geworden, unaufhörlich und mit Erbitterung gegen Alleszu eifern, was Aufklärung heiss». In freundschaftlichenZusammenkünften, in gutgemeinten Schriften, ja selbst von denKanzeln wird gern gegen die sogenannte Aufklärung, als gegenein Hauptlaster unserer Tage, als gegen den Quell aller öffenttlichen und geheimen, aller bürgerlichen und persönlichen Leidengezürnt, unter denen die gegenwärtige Menschheit seufzt.

Man deutet unverhohlen auf die Gräuel hin, mit welcheneinst Ehrsucht, Habsucht, Bosheit und Parteigeist ein großesReich erfüllten, und spricht:Dies sind die Folgen der gepriesenenAufklärung!" Man deutet auf den Verfall großer Staaten,welche einst blühten, und nun durch fremde Waffenstärke zer-trümmert wurden, und spricht:Dies sind die Folgen der ge-priesenen Aufklärung!" Man zeigt auf die vom Kriege verarmtenLandschaften, auf die verbrannten Städte und Dörfer, undspricht:Dies sind Alles die schrecklichen Früchts der gepriesenenAufklärung!"

Solche bittere und übertriebene Klagen vernimmt man be-sonders aus dem Munde der bejahrten Leute, welche sich in denFortschritten des menschlichen Geistes nicht mehr finden können,seit sie zu alt und unthätig geworden sind, um mit fortzuschreitenund noch immer etwas Neues zu lernen. Sie glauben, weil esnicht immer so geblieben ist, wie es in früher» Jahren' gewesen,so sei das Elend der Welt unvermeidlich. Wenn es von ihnenabhinge, würden sie Alles wieder Herstellen, wie es zu ihrer Zeitgewesen; allen bessern Unterricht, alles Erweitern menschlicherEinsicht und Kunst verbieten.

Ach, die Kurzsichtigen, welche sich einbilden, die Weltregierungbesser zu verstehen, als der allweise Gott, der Alles so und nichtanders ordnet! Sie möchten dein gewaltig forteilenden Schicksalein die Speichen der Räder fallen, und sie in ihrem ewigen Laufehemmen! Sie vergessen, daß Kriege und Empörungen unterrohen Barbaren und unwissenden Völkern eben so häufig sind,

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