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Aufklärung.
Erste Betrachtung.
Ephcs. s, <7.
Wenn ihr, von Wahn und Jrrthum frei,Der Vorurthcile Sklaverei/
Den für das Licht crschaffncn GeistMit Wißbegier und Muth entreißt r
So sei's -es Ruhmes wegen nicht,
Nicht um nur von Gesetz und PflichtEuch loszureißcn: nein/ alleinVollkommner durch das Licht zu sein!
Von Gott stammt alle Wahrheit her,
Die ibr durchschaut; die lehrt euch Er.
So lcit' rin mehr erhellter SinnEuch nirgend-/ als zu ihm nur hin.
Ä^an sucht den Ursprung vieles Uebels im menschlichen Ver-stände auf, wo es doch vielmehr im Herzen der Menschenzu suchen wäre. Wahrlich, das Herz hängt weniger von unfernbessern oder schlechter» Einsichten ad, als man gern glaubenmöchte. Wie mancher Mensch verbindet mit dem hellsten Ver-stände das schwärzeste Gemüth, mit den erstaunenswürdigstenGeistesgaben die rohesten, lasterhaftesten Neigungen! Wie man-cher scheint seine Einsichten,'Kenntnisse und Geschicklichkeiten nurdeswegen zu besitzen, um seine Schandthaten desto glänzender zumachen, oder, wenn er dies nicht kann, sie wenigstens auf eineblendende Art zu verthcidigen! — Hingegen finden wir auch beidem gemeinsten, unwissendsten Manne oft das edelste Herz, undbei der Beschränktheit und Dürftigkeit seines Denkvermögens dieerhabenste, Gott gefälligste Denkart.
Aber weü dem nun also ist, berechtigt uns dies keineswegs zudem übereilten Schlüsse, alle bessern Einsichten zu hassen, und sieals Ursachen der menschlichen Verdorbenheit anzusehen. Nein, dieweisesten und einsichtvollstcn der Menschen waren eben so oftauch die tugendhaftesten; und bei rohen, unwissenden Sterblichenfindet man ja noch alle Tage die Laster in ihrer ganzen Abscheu-