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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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so häufig waren, wie unter den aufgeklärtesten. Sie scheinen eKnicht mehr zu wissen, diese Kurzsichtigen, daß auch sie in ihrenJugendtagen nicht stehen geblieben sind, nicht stehen bleiben konn-ten bei dem, was ihre Vorfahren wußten, hatten und waren!

Demungeachtet aber können sie doch oft Recht haben, gegen einegewisse Art sogenannter Aufklärung zu eifern, welche allerdingskeine Aufklärung ist, und daher auch nicht so genannt werdenmuß. Sie haben Recht, wenn man dem Pöbel Scheingründe zwungerechten Handlungen und Ausschweifungen gab, und dies Auf-klärung nannte. Sie haben ein hohes Recht, zu zürnen, wennman mit keckem Trotz und Uebermuth ehrwürdige Heiligthümerzertrümmerte, Altäre entweihte, und den Thronen die Ehrfurchtfrommer Unterthanen versagte. Allein wer hat das gethan?Von wie Vielen ward es gethan? War dies die Fruchtder Aufklärung, welche ihren Namen dazu den Verbrechernverleihen mußte? Wie viele Grausamkeiten sind nicht schonim Namen der Religion durch Einzelne und durch ganze Völker-verübt worden? Wer aber wird deswegen ein Feind der Religionsein und beißen wollen?

Es wird mir durch diese Betrachtungen zu einer allerdingswichtigen Angelegenheit, zu wissen, ob denn die Aufklärung wirk-lich auf das Wohl oder das Verderben der Sterblichen einen sogroßen Einfluß habe.

Und was ist denn das, was ich Aufklärung nenne? Auf-klärung ist nichts Anderes, als Erleuchtung des Ver-standes durch Wahrheiten.

Wie? und gegen die Erleuchtung des menschlichen Geistesdurch Licht und Wahrheiten sollte ich zürnen? Hat Gott, derweise Schöpfer, mir und andern Menschen den Verstand gegeben,daß ich ihn mit Finsterniß und Schlaf umgebe? Soll ich nichtwuchern mit dem Pfunde, das er mir verlieh? Soll ich nichtAlles dazu beitragen, mich selbst und Andere verständiger undgeschickter auszubilden?

Wer von euch, die ihr jetzt Heller denkt, über vielerlei Dingerichtiger urtheilt, als mancher Andere, wer von euch möchtewohl zurückkehren in den Jrrthum seiner vergangenen Jahre?