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^ zwecklose Ahnungen von sterbenden Freunden, von außer?ordentlichen Dingen, die in der überall zweckmäßig eingerichtetenSchöpfung sich ohne allen Zweck und Nutzen zutragen würden, —ist dieser stille Glaube, sage ich, zuletzt wohl mehr als Aber-glaube ? Aber du hängst nun daran, weil cs dir vielleicht wohl?thut; und es thut dir wohl, weil du einen falschen Begriff, dendu in jüngern Jahren annahmst, nicht leicht wieder Hinwegthunkannst; oder weil du dir selbst und andern nicht gern bekennst,daß du so lange im seltsamen Jrrthum lebtest; oder weil dirdas Andenken von Personen ehrwürdig ist, durch welche dusolche Vorstellungen zuerst empfingst.
Der Unglückliche, so wie überhaupt Jeder, der von lebhaftenWünschen sehr heftig bewegt ist, hat die meiste Neigung zumAberglauben, das heißt, er zieht gern aus allerlei Umständen,auch aus den gleichgültigsten, Vorbedeutungen. Es ist diesesSpiel nichts als eine Beschäftigung seiner müßigen Einbil-dungskraft. Weil er auf natürlichen Wegen die Lippen derstummen Zukunft nicht öffnen kann, versucht er das Uebernatür-liche oder Unnatürliche.
So lange dieses Spiel nichts als flüchtige Tändelei für denAugenblick ist, mag cs ^var ohne nachtheilige Folgen sein; dochbleibt es einem weisen Manne, einer Gott kennenden Christinjederzeit unwürdig, und kindisches Wesen. Wenn aber dieserTand wichtiger wird, wenn man im Wahnsinn der unmäßigenLeidenschaft damit Gebete zu Gott verknüpft, daß er, unsermVorwitz zu gefallen, den ewigen Gang der Natur unterbrechen,und in dem von uns vorgenommenen Tand uns seine geheimenAbsichten verrathen soll: so ist es Jrreligion, eine freche Ver-suchung des Herrn unsers Gottes — es ist ein Ueberschweifen inWahnsinn.
Wenn solcher Tand, mit dem wir den Dingen der Zukunftihre Verborgenheit zu entreißen wähnen, endlich sogar Einflußauf Gesinnungen, Entschlüsse und wirkliche Handlungen desMenschen hat: so wird der Aberglaube zur gefährlichen Art.Es ist Wegwerfen der höchsten Göttergabcn, nämlich des Ver-standes und der Vernunft, für elende Träume der Einbildung;