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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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uns. Aber seine Entartung, nämlich der Aberglaube, muß ver-hütet werden.

Doch mancher hält das nicht für Aberglauben, was ihnbeschäftigt und was für ihn oft der geheime Grund zu wichtigen.Entschließungen und Unternehmungen werden kann. Er hält csnicht für Aberglauben, weil er meint, es können auch viele ver-borgene Kräfte in der Natur sein, die wir Sterbliche bei weitemnicht genau genug kennen, lind so betrügt er sich mit dieser Vor-aussetzung abermals selbst, vermischt Wahres mit Falschem , undverfinstert seinen Verstand eben da, wo er ihn aufzuhellen meint.

Willst du wissen, ob dein Glaube von den verborgenen Kräftender Natur Aberglaube sei, so prüfe an ihm: ob du ihn benutzest,um damit das Gute oder Böse deiner noch bevorstehenden Tagezu erforschen. Ist dies der Fall: so wandelst du im Widerspruchmit Gott, der deinen Vorwitz über den glücklichen oder unglück-lichen Ausgang deiner Geschäfte feierlich durch sein heiliges Wortmißbilligte; du wandelst im Widerspruch mit deinem eigenenVerstände, da du gemeinen Dingen übernatürliche Wirkungenzumuthcst, da du sie gebrauchst, die Räthsel der verschwiegenenVorsehung zu lösen.

Prüfe ferner an deinem Glauben, ob zwischen den Dingen,welchen du eine wunderbare Wirkung zuschrcibst, auch in derThat ein natürlicher Zusammenhang gedenkbar sei. Ein Wortist, natürlich genommen, dem andern gleich; es ist Erschüt-terung der Lust, wodurch ich Töne zu eines andern Ohr bringe,dem ich durch sie einen Gedanken der Seele mittheilen will.Welche Verbindung kann zwischen Lippen, Tönen und Luft-erschütterungcn mit irgend einer Krankheit von Menschen undVieh naturgemäß statt finden? Wie hat das sogenannte bloßeBesprechen eines Fiebers jemals eine Veränderung in denVerrichtungen der Säfte und Nerven des menschlichen Leibes

zur naturgemäßen Folge haben können?-Siehe, der du

diesen und ähnlichen Aberglauben gern als gröbliche Thorheitenverspottest, ist manche andere deiner Meinungen nicht eben soein Hangen zum Uebcrnatürlichen und Wunderbaren?Istdein stiller Glaube an allerlei sympathetische Wirkungen,