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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
134
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es ist eine Zertretung aller Klugheit, eine Erhöhung des Unsinnsan die Stelle der Wahrheit. So täuschen sich auch die unglück-seligen Kranken in Irrenhäusern, indem sie das Wahre für falsch,das Falsche für wahr halten.

Und hell wird mir die heilige Christenpflicht, daß ich, demBeispiele Jesu folgend, mit Macht jede Art des Aberglaubenssowohl bei mir, als meinen Freunden und Bekannten, vermin-dern und vernichten solle. Dies geschieht nicht durch Spott undHohn, sondern durch Ueberzeuzung und Belehrung vom Bessern.Es geschieht durch eine verständigere Erziehung der Jugend undihre sorgfältige Perwahrung vor den Einbildungen und schreck-haften Mährchen unwissender abergläubiger Leute; denn dieEindrücke, welche eine jugendliche Einbildungskraft empfängt,sind oft unverlöschlich, imd dauern dann noch zuweilen fort,wenn man im sMern, erfahrungsvollern, besser unterrichtetenAlter aller jener thörichten Fabeln spottet. Diese Eindrücke undfalschen Vorstellungen sind dann zu unwillkürlichen Gewohnheits-dingen geworden, und können, obwohl sie die eigene Vernunftverachtet, dennoch auf Gesundheit und Glück dxs Lebens dietraurigsten Wirkungen haben.

Daher ist ein weiserer Unterricht in den SchulenLas höchste Bedürfniß des Volks, und die Fürsorgedarum die heiligste Pflicht landesväterlicher Obrigkeiten. Nurdadurch, daß der menschliche Geist zum Denken und Forschenungehalten wird, gelangt er zur Freiheit, und die Fesseln desAberglaubens fallen von ihm ab. Er lernt die Wunder derNatlir in ihrer Wahrheit erkennen, und verschmäht, leere Ein-bildungen an die Stelle derselben zu bringen.

Auch in spätern Altern soll diese Ausbildung des Verstandesnicht aufhören. Denn wie unendlich groß sind die Werke derGottheit, wie unendlich klein daneben ist der Augenblick unsersLebens, und wann ist der Mensch fähig, von der Macht undWeisheit und Herrlichkeit seines Gottes nur einen mäßigen Thcilzu begreifen!

Darum will ich fortgesetzt durch den belehrenden Umgangmit einsichtvollern Menschen, oder durch das Lesen geistreicher