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Md es Leute von sehr lebhafter Einbildungskraft, ödenschlechter Erziehung, oder furchsamen Gemüthes, welche sich durchGespensterseherei täuschen, und sich mit ihrer eigenen Ver-nunft in Widerspruch setzen. Denn sic sehen das Unsichtbare,hören das Unhörbare, fühlen, was mit Fleisch und Blut nichtempfunden werden kann.
In den ehemaligen Zeiten der Unwissenheit war nichts ge-meiner, als daß man bald hier bald dort von wiedcrerschicnenenTobten, von umherfahrenden bösen Geistern, von lärmendenKobolden, von gespenstigen Ungeheuern sprach.^ die man erblickthaben wollte. Wie aber der menschliche Verstand in seineheiligen Rechte zurücktrat, flüchtete das vermeinte Heer derKobolde, Gespenster und Todtengestalten vor demLichte der Wahrheit, wie die Schatten vor einer aufgehendenSonne zerfließen. Man vernimmt heutiges Tages von dergleichenThorheiten nichts mehr, weil man ihren wahren Ursachen aufdie Spur kam. Es ward entdeckt, daß entweder muchwilligeMenschen zum Schrecken Anderer Gespenster machten, um ihreAnerlaubten Absichten desto verstohlener zu erreichen, oder daßviele Leute, welche wiedererschienene Tobte, Kobolde, böse Geisterund dergleichen zu sehen wähnten, sich mit ihrer lebhaften Ein-bildungskraft und Angst selbst auf eine fast unglaubliche Weisebetrogen hatten.
Daher ist dieser Aberglaube auch heutiges Tages nirgendsmehr unter solchen Personen zu finden, die in derJugend einen christlich-vernünftigen Unterrichterhielten; sondern bei den unverständigen und bildungslosenLeuten des Volks, welche weder würdige Vorstellungen von derGottheit, noch hinlängliche Kenntnisse von den Kräften der NaturAnd von der täuschenden Macht der menschlichen Einbildungs-kraft haben.
Doch auch selbst in den sogenannten gebildeten StändenLauert darum nicht weniger der Hang zum Wunderbarenfort. Er ist mit unserer Natur innig verbunden. Er kann, ersoll auch nie ausgcrottet werden, denn er ist Bedürfmß desGlaubens an etwas Höheres, Göttliches und Geistiges außer