die Verhältnisse des bürgerlichen Lebens geflochten. Gebt chmeinen Königsthron: er wird mit der Wohlfahrt ganzer Nationengrausam tändeln, um seinen Leidenschaften ein Genüge zu thun.Stellt ihn zu Seinesgleichen: er wird mit Eiden tändeln, erwird Alles sein, um Alles zu erlangen, wonach ihm gelüstet;er wird Hinterlist und Falschheit für Lebensweisheit, er wirdDas Kluge und Schickliche für das Gerechte und Tugendlichehalten — für ihn gibt es nichts Wahres, nichts Schönes, nichtsGutes, als was ihm Gewinn bringt. Er wird es lächerlich finden,für Vaterland und Menschheit eine Kleinigkeit wegzuopfern, dieer nicht entbehren möchte; er würde eine ganze Welt für seineEinfälle aufopfern, wenn man ihm Macht dazu ließe.
Dahin führt religiöser Unglaube.
Man deutet noch heute auf das Unglück vergangener Jahr-hunderte, auf das Elend der Menschen, auf den Untergang derNationen durch Unwissenheit, Aberglauben und Glaubens-.wuth. — Es wird eine Zeit kommen, da man vielleicht auchauf das Elend unserer Zeiten, auf die Wirkungen religiösen Un-glaubens, auf die dadurch zum Abgott erhobene Selbstsucht derBürger, auf die Entnervung der Völker und ihre Zerrüttungzurückdeutct. Denn es ist das ewige Gesetz der Natur und Ver-nunft: nur Mittelstraße ist die Straße des Heils; das Gerechteruht zwischen dem Zuviel und Zuwenig; aber aus den Ent-artungen des menschlichen Gcmüths kann nie Segen hervorgehen.
Gott, o mein Gott, an dem ich halte und glaube, den dieStimme meiner inner steil Sehnsucht ruft, den mir die weiteglänzende Natur in Millionen Wundern nennt, den mir dieGeschichte aller Jahrtausende preiset, den mir Jesus Christusin seiner Liebe offenbaret: Gott meines Lebens, Gott meinerEwigkeit! o verleihe mir allezeit Kraft, daß ich immerdar gleich-weit von den finstern Abgründen des Aberglaubens und des Un-glaubens entfernt bleibe, wo hinab so mancher Unglücklicheschwindelt. Ich will mich halten an Deiner Hand, führe Dumich durch Deinen heiligen, liebenden Geist auf rechter Bahn.
Nie will ich Dich, Du, den mein Herz ruft, vergessen, dennauch Du, Allliebender, bist meiner eingedenk; nie, daß Du mir