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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
89
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ihn mit Beben, wie auch wohl Andere den Teufel verehren,daß er ihnen nichts Böses zufüge. Sie, die selten mit Ernstan Gott denken, ob ste gleich erlernte Gebete zu plappern ver-stehen; sie, die keine Liebe zu Gott empfinden, weil sie nirgendsdieselbe beweisen, und daß sie allein darin bestehe, daß wirseine Gebote halten (t. Joh. 3.); sie, die nur für Geld-gewinn, Ehre und Lustbarkeit leben, und die Gaben des himm-lischen Vaters ohne dankbaren Hinblick auf ihn genießen: ebensie sind die Ersten, welche mit Furcht und Angst erfüllt werden,wenn sie in ihrem Wahn glauben, sein Zorn »volle über siekommen. Es verdunkele sich der Himmel, es rausche der wohl-thätige Sturmwind, es fahre die Flamme des Blitzes zwischenden tiefen Gewölken herab, und die Erde erbebe von denSchlägen des Donners: alsbald werden sie verzagt ihre Zufluchtzum Gebet nehmen, in der Hoffnung, damit den Strahl deshimmlischen Feuers von ihrem Haupte oder ihrem Hause ab-zuwehren, 4en Wolkenbruch von ihren Fluren, den zerstörendenHagel von ihren Saaten abzuwenden. Aber das Gewitterz'ieht segnend vorüber; die Angst verschwindet; Gott ist vergessen;der rohe, sündliche Wandel wird unbekümmert fortgesetzt; manlächelt wohl sogar hintennach noch selbst über die gehabte Müh-seligkeit und die abergläubige Verzweiflung. Das ist aber keineGottesfurcht; das ist knechtische Verzagtheit und knechtischerLeichtsinn und Trotz:

Wenn dergleichen Elende sich unerwartet in großer Verlegen-heit und Noch erblicken; wenn das Leben eines ihrer Liebenin Gefahr schwebt; wenn sie mit Ungeduld und Sehnsucht undAngst auf Erfüllung eines ihrer heftigsten Wünsche hoffen, demstarke Hindernisse drohen; wenn sie vielleicht von einer Krank-heit niedergeworfen sind und am Wiedergenesen verzweifeln:dann bringen sie mit knechtischer Furcht vor Gott, gleich denHeiden, Opfer und Gelüboe; spenden milde Gaben an Kirchen,an Schulen, an Armen - und Waisenhäuser, damit man für siebete, damit der Zorn Gottes durch dieses elende Nichts, das siedarbringen, beschwichtigt und die Gefahr abgewendet werde.Das ist knechtisches, thierisches Zittern, das ist nicht Vertrauens-