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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
87
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erkorner, ich bin voller Fehler und Sünden, und bin kaumwürdig, daß er mein gedenkt. Aber er ist die ewige Liebeund das ewige Erbarmen; durch Jesum Christum ward er meinqnadenvoller Vater; durch Jesum Christum rettete er mich vomUntergang, und er will mich nicht verstoßen. Ich darf auf ihnhoffen, ich darf zu ihm beten. Er ist mein Gott im Tode, meinGott jenseits des Grabes, mein gnädiger Richter. Ich willzum Richter beten. Aber die Verderbtheit meines Herzens, dieMenge meiner Sünden tritt zwischen mich und ihn. MeineSeele fühlt sich wie in Furcht und Grauen vergangen. DochJesus lebt; die ewige Liebe lebt! Ich darf zum Richter empor-blicken in den Thronen meiner Reue. Ich bin nicht verloren.Er liebt mich noch.

Dies sind die Empfindungen, welche mich ergreifen, so oftich Gottes gedenke, oder unter welchen Verhältnissen ich seinergedenken möge. Es ist ein stilles Erzittern vor seiner Allmacht,Herrlichkeit und Größe, aber vermischt mit dem Hochgefühl,daß ich sein Kind'bin, daß er mein Vater ist. Es ist dieGottesfurcht, von welcher die heilige Schrift redet, welchedem Menschen geziemt, keine knechtisch-verzagte Furcht. Es istdie zärtliche tiefe Ehrerbietung des Geschöpfes vor der Majestätdes Schöpfers, aber gepaart mit der vertrauenden Liebe zurewigen, höchsten Liebe.

Denn welche der Geist Gottes treibet, die sind Gottes Kin-der. Denn wir haben nicht einen knechtischen Geist empfangen,daß wir uns abermal fürchten müssen; sondern wir haben einenkindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba!lieber Vater! (Röm. 8, 14, 15.)

Fürwahr, diejenigen Christen, welche bei dem Gedanken anGott andere Empfindungen nähren, die vor ihm, als vor einemunversöhnlichen Rächer, als einem grausamen Gebieter, alseinem unbarmherzigen Herrn, mit sklavischer Furcht zitternsie sind nicht im wahren Geist des Christenthums. Sie erfüllendas höchste Gebot Jesu nicht, Gott über Alles zu lieben. DennFurcht ist nicht in der Liebe, sondern die Liebe treibt die Furchtaus, denn die Furcht hat Pein. (1 Joh. 4, 18.) Innige, sich